Panorama
Audrey Hepburn und Gregory Peck in "Ein Herz und eine Krone".
Audrey Hepburn und Gregory Peck in "Ein Herz und eine Krone".(Foto: imago stock&people)
Samstag, 03. August 2013

Verkehrsstop in Roms Mitte: Kolosseum erhält ein Lifting

Wer schon immer wie Audrey Hepburn mit der Vespa um das Kolosseum düsen wollte, hat Pech: Zum Schutz des weltberühmten Bauwerks hat Rom die Hauptverkehrsader um das Amphitheater weitgehend abgeriegelt. Bürgermeister Marino hat Großes vor.

Manch ein Römer reibt sich die Augen: Der neue Bürgermeister der Ewigen Stadt, Ignazio Marino, setzt seine geplante "Revolution" am Kolosseum um. Die auf typisch römische Weise immer wieder verzögerte Restaurierung dieses von Verwitterung und Zerfall angegriffenen Wahrzeichens der Stadt soll endlich beginnen. Seit dem frühen Morgen dürfen nahe dem größten Amphitheater des antiken Roms keine Privatautos mehr fahren, die Touristenbusse müssen woanders parken. Nur öffentliche Verkehrsmittel dürfen dort weiter fahren.

Das marode Bauwerk bedarf dringend einer Sanierung.
Das marode Bauwerk bedarf dringend einer Sanierung.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Maßnahme ist ein erster Schritt in Richtung Sanierung des maroden und durch Abgase verschmutzten Denkmals. Letztendlich will Marino die Straße zwischen dem Amphitheater und der Piazza Venezia, die entlang der Kaiserforen führt, komplett vom Verkehr befreien. Bislang können sich Römer und Touristen allein sonntags über eine autofreie Straße an den Foren und antiken Stätten freuen.

Die jährlich bis zu sechs Millionen Besucher des Kolosseums aus dem 1. Jahrhundert erleben dort seit Langem das Chaos der Hauptstadt besonders heftig: Baustellenzäune einer Metro-Linie auf dem Weg und donnernder Verkehr unter der Woche rund um das fragile Bauwerk. Auch wenn jede Straßensperrung in Rom sofort an anderer Stelle für noch mehr Verkehrslärm und Staus sorgt: Der neue Bürgermeister will sich nicht bremsen lassen. Er will kultur- und umweltpolitische Zeichen setzen, auch wenn es Widerstand von Händlern gibt, die Einbußen befürchten.

Archäologiepark geplant

Zunächst einmal gibt es ein tragikomisch anmutendes Gerangel um das Kolosseum selbst. Zweieinhalb Jahre ist es her, dass unter Marinos Vorgänger ein einzigartiges "Lifting" dieses Bauwerks angekündigt wurde, gesponsert von den Millionen des "Tod's"-Unternehmers Diego Della Valle. Ehrgeizigste Pläne stellten die Verantwortlichen den Medien später vor, dann hagelte es Einsprüche und Gerichtsverfahren. Diese sind zwar noch immer nicht alle ausgestanden, aber die Arbeit sollte längst begonnen haben. Acht Millionen Euro wird es kosten, die verschmutzten, 50 Meter hohen Arkadenreihen des Kolosseums zu säubern und zu sichern. Allein dieses dürfte runde zweieinhalb Jahre dauern, dabei aber auch einen neu gestalteten Zugang zu dem Kolosseum bringen.

Seit Jahren werden am Kolosseum nur Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt.
Seit Jahren werden am Kolosseum nur Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt.(Foto: picture alliance / dpa)

"Wir sind dabei, einen seit Jahrzehnten gehegten Traum zu verwirklichen, wir bringen eine Operation von enormem kulturellen Wert auf den Weg", so spornt der Bürgermeister alle Beteiligten an. Er will, etwas vollmundig gesagt, "den größten archäologischen Park des Planeten", mit all den antiken Stätten rund um das Kolosseum und das Forum Romanum, gestalten. Die Römer - aus Erfahrung skeptisch - dürften erst einmal sehen wollen, ob jetzt wirklich dort etwas in Gang kommt.

Im letzten Schritt soll alles noch bequemer und beschaulicher werden. Geplant ist dann, auf der einst von Benito Mussolini ins Werk gesetzten Parade-Straße Via dei Fori Imperiali die Bürgersteige von drei auf sechs Meter zu verbreitern. Dazu soll auch ein Fahrradweg - für Rom doch noch ziemliches Neuland - eingerichtet werden, der hochführt bis zum Colle Oppio-Park. Der Bürgermeister hofft, mit all diesen Maßnahmen seinen Archäologiepark schaffen. Die Römer und die Millionen Touristen aus aller Welt werden verfolgen, ob ihm das auch gelingt.

Quelle: n-tv.de