Panorama

Frühlingsboten im Anflug Kraniche kehren aus dem Süden zurück

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Für die Rückkehr der Kraniche von ihren Überwinterungsplätzen herrscht ideales Flugwetter.

(Foto: dpa)

Die ersten Kraniche sind aus dem Süden zurückgekehrt. Unter den Rückkehrern ist auch das Kranichmännchen "Sunny". Das Tier wurde im Jahr 2013 mit einem Sender bestückt und schickt nun jeden Tag eine SMS.

Nach einem milden Winter kehren die Kraniche nach Mecklenburg-Vorpommern zurück. "Wir haben die Meldung, dass am 4. März über Zentralfrankreich rund 70.000 Tiere in Richtung Norden aufgebrochen sind", sagte der Leiter des Kranich-Informationszentrums, Günter Nowald. Diese Tiere würden in den nächsten Tagen in Deutschland erwartet und könnten dann auch bei ihren Balztänzen auf den Feldern im Nordosten beobachtet werden.

Mehr als 100 Tiere seien bereits von ihren südwesteuropäischen Überwinterungsplätzen im Nordosten von Deutschland eingetroffen, sagte Nowald. In den nächsten Tagen würden weitere Tausende Graukraniche erwartet.

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Kranich-Fans können die Vögel im Nordosten Deutschlands bei ihren Balztänzen beobachten.

(Foto: dpa)

Für die Kraniche herrscht an diesem Wochenende nach Einschätzung der Kranich-Experten ideales Flugwetter. "Kraniche fliegen bevorzugt bei Hochdruckwetter", sagte die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kranich-Informationszentrums, Anne Kettner. Wenn sich der Boden erwärme, entstehe Thermik, die den Vögeln helfe, Kraft zu sparen.

Balztanz trotz Monogamie

Unter den Rückkehrern ist auch Kranich "Sunny", der im Jahr 2013 geboren und mit einem Sender versehen wurde. Jeden Tag erhalten die Kranich-Experten eine SMS über den Standort des Vogels. "Sunny", der in Frankreich überwinterte, überquerte am 23. Februar Luxemburg und traf am 4. März in seiner Sommerheimat, der Mecklenburgischen Seenplatte, ein. "Wölkchen" - ebenfalls 2013 beringt - sei auch unterwegs, sagte Kettner. Das Männchen warte auf gutes Wetter zum Flug über die Pyrenäen. "Blacky", das dritte beringte Jungtier, hält sich noch am Überwinterungsgebiet in der spanischen Extremadura auf.

Nach ihrer Ankunft in Mecklenburg-Vorpommern beginnen die Kraniche mit den Balztänzen, bei denen sich die bis zu 1,20 Meter großen Tiere flügelschlagend und rufend umkreisen. "Obwohl die Paare ein Leben lang zusammenbleiben, festigen sie jedes Jahr mit den Balztänzen ihre Bindung", sagte Kettner.

Verbesserte Brutbedingungen

Ab 14. März lädt das Kranich-Informationszentrum am Günzer See zur Beobachtung der Balztänze ein. Anders als beim Herbstzug versammeln sich im Frühjahr nicht alle Zugvögel auf den Feldern. "Die Tiere, die hier brüten und den Sommer über bleiben, verschwinden gleich in ihre Brutgebiete", sagte Kettner. Auf den Feldern zeigen sich dann nur die Tiere, die nach ihrer Rast weiter nach Skandinavien ziehen.

Die Zahl der in Deutschland brütenden Kraniche hat sich seit 1993 mehr als vervierfacht. Zählten die Fachleute vor 22 Jahren knapp 2000 Brutpaare in Deutschland, seien es jetzt knapp 8500, sagte Kettner. In Mecklenburg-Vorpommern leben rund 4000 Brutpaare. Als Ursache für den Anstieg nannte sie die besseren Umweltbedingungen: ehemals trockengelegte Moore wurden wieder vernässt, weitere Feuchtgebiete sind entstanden. Damit sei für die Vögel, die ihre Gelege im Wasser ablegen, die Chance gestiegen, erfolgreich zu brüten.

Quelle: ntv.de, lda/dpa