Panorama

Immer im Dienst der Patienten Kreißende Ärztin hilft bei fremder Geburt

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Amanda Hess mit ihrer Tochter.

(Foto: Facebook/Dr. Hala Sabry)

Für Frauenärzte gehört es zu ihrem Job, bei Geburten zu helfen. Eine Ärztin in den USA half nun sogar noch, während ihr eigenes Kind auf die Welt drängte.

Amanda Hess ist Ärztin mit Leib und Seele. Die Gynäkologin arbeitet im Frankfort Medical Center im US-Bundesstaat Kentucky. Sie ist außerdem Mutter, ihre jüngste Tochter kam gerade zur Welt.

Während sie in dem Krankenhaus, in dem sie selbst arbeitet, in den Wehen lag, gewann jedoch noch einmal die Ärztin in ihr die Oberhand. Denn Hess hörte aus dem Nebenraum das Schreien einer anderen Gebärenden und eilte ihr zu Hilfe. Es handelte sich um Leah Halliday-Johnson, die sie bereits während der Schwangerschaft betreute hatte.

Halliday-Johnson erwartete ihr viertes Kind und offenbar ging die Geburt sehr viel schneller voran, als alle gedacht hatten. Die Krankenschwestern baten sie, mit dem Pressen noch zu warten, weil die Nabelschnur des Babys möglicherweise um seinen Hals gewickelt war. Der diensthabende Arzt machte gerade eine kurze Pause und war nun im Eiltempo auf dem Rückweg.

Doch die 38-Jährige konnte sich mit dem Pressen kaum noch zurückhalten. Hess hörte in ihrem Zimmer die Aufregung auf dem Flur. Das vertraute Geräusch, wenn sich die Schwestern nur schnell etwas zurufen, weil es bei einer Geburt jetzt schnell gehen muss und möglicherweise auch das Baby in Gefahr ist.

Also ging sie, ihre eigenen Wehen veratmend, zu Halliday-Johnson. "Ich sagte, es ist toll, dich zu sehen. Kann ich jetzt pressen?", berichtete die Vierfachmutter später über diesen Moment. Kurz darauf brachte sie ein gesundes Mädchen zur Welt. Wenig später traf der Bereitschaftsarzt ein und übernahm.

Hess ging wieder in ihr eigenes Zimmer zurück und bekam noch am gleichen Tag ihre eigene Tochter. Die Ärztin habe sich vollkommen professionell verhalten, sie habe keine Ahnung gehabt, dass Hesse ebenfalls Wehen hatte, so Halliday-Johnson. "Sie war definitiv im Arzt-Modus." Lediglich ihrem Mann sei aufgefallen, dass Hess Patientenkleidung trug. "Ich mache meine Arbeit gern. Ich liebe es, mich um die Mütter und ihre Babys zu kümmern", sagte die Ärztin dem Sender WKYT über ihre Aktion.

Quelle: ntv.de, sba