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Vatikan stellt klar Künftig keine letzte Ölung bei Sterbehilfe

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Der Vatikan lehnt Sterbehilfe ab.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die katholische Kirche untermauert ihre Abneigung gegen die Sterbehilfe. Priester sollen in solchen Fällen zukünftig die Sterbesakramente nicht erteilen. Sterbehilfe sei ein "unmoralischer Akt" und ein "Verbrechen gegen das menschliche Leben", heißt es dazu aus dem Vatikan.

Der Vatikan hat seine Ablehnung von Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid bekräftigt und will Betroffenen künftig die Sterbesakramente verweigern. Dies geht aus einem veröffentlichten Brief der Glaubenskongregation zu Maßnahmen zum Ende des Lebens hervor, den Papst Franziskus abgesegnet hat.

In dem Schreiben heißt es, Patienten, die durch Sterbehilfe oder assistierten Suizid sterben wollten, sollten zukünftig nicht mehr die Sakramente Sterbekommunion, Salbung und Beichte gewährt werden. Jeder, der sich "für diesen schweren unmoralischen Akt" entschieden habe und an der Entscheidung festhalte, könne die Sakramente nicht erhalten, heißt es in den Richtlinien der katholischen Kirche.

Ausnahmen könne es geben, wenn ein Priester überzeugt sei, dass die sterbende Person ihre Meinung geändert habe. Auch wenn der Patient bewusstlos sei und man Reue annehmen könne, dürfe er die Sakramente erhalten.

Euthanasie sei ein "Verbrechen gegen das menschliche Leben", ein "in sich böser Akt, in jeder Situation und unter allen Umständen", heißt es. Der Vatikan interpretiert den Wunsch von Schwerkranken nach dem Tod nicht als Bitte um Sterbehilfe, sondern als "schmerzgeplagten Ruf nach Liebe und Hilfe". Ein Kranker habe "im letzten Lebensstadium Anspruch darauf, dass man ihm hilft, ihn umsorgt, ihn liebt". Es sei aber legitim, "auf Heilversuche zu verzichten, die nur eine schwache und schmerzhafte Verlängerung des Lebens bewirken könnten".

Anlass des Briefs war demnach der Wunsch des Vatikans, seine Position in Fragen zum Lebensende noch einmal zu verdeutlichen, da das Zivilrecht weltweit in Bezug auf Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid zunehmend freizügiger werde.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP