Panorama

Nofretete-Streit mit Ägypten Kulturstaatsminister lehnt Leihgabe ab

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Nofretete bleibt, wo sie ist: im "Neuen Museum" in Berlin.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Bernd Neumann lässt sich auf keine Verhandlungen mir Kairo ein: Berlin habe die Nofretete-Büste 1912 rechtmäßig erworben.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) lehnt eine Leihgabe der Nofretete nach Ägypten ab. Eine Ausleihe und ein damit verbundener Transport der Büste sei "schon aus konservatorischer Sicht völlig ausgeschlossen", teilte ein Sprecher Neumanns mit. Ein offizielles Rückgabeersuchen der ägyptischen Regierung gebe es nicht. "Verhandlungen kann es darüber auch nicht geben, da der Erwerb seinerzeit rechtmäßig war."

Ägyptens Antikenchef hatte wiederholt die Rückgabe der 3500 alten Büste gefordert, die seit Oktober im Neuen Museum auf der Museumsinsel steht. Ägyptische Medien zitierten Zahi Hawass, den Chef der Altertümerverwaltung, mit den Worten: "Die Nofretete-Büste war von einem deutschen Archäologen aus Ägypten herausgeschmuggelt worden, durch Täuschung und Verschleierung."

Antikeninspektor in Kairo bewusst getäuscht?

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz bestreitet, dass der Archäologe Ludwig Borchard, der die bemalte Büste der Gattin von Pharao Echnaton im Dezember 1912 in Tell al-Amarna ausgegraben hatte, den damaligen Antikeninspektor in Kairo bewusst getäuscht hat. Hawass hatte Deutschland darum gebeten, sie zur Eröffnung eines neuen großen Museums in Ägypten in fünf Jahren auszuleihen.

Der Pariser Louvre hat gerade fünf antike ägyptische Malereien nach Kairo zurückgeschickt. Wie Hawass erklärte, stammten die 3500 Jahre alten Malereien aus dem Grab eines Würdenträgers in der Nähe der Stadt Luxor. Sie waren 1975 gestohlen und vom Louvre zwischen 2000 und 2003 erworben worden. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte die Kunstwerke in der vergangenen Woche in einer Zeremonie in Paris dem ägyptischen Präsidenten Hosny Mubarak übergeben.

Quelle: ntv.de, dpa

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