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Wegen Führerscheinentzug LKW-Fahrer tötet Sachbearbeiterin

Ein Mann verliert seinen Führerschein und damit seinen Job als LKW-Fahrer. Für ihn ist klar, wer die Schuld daran trägt: Die Sachbearbeiterin des Falls. Für die Frau endet die Wut des Mannes tragisch, er muss sich nun vor Gericht verantworten.

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Der Mann hatte wegen 18 Punkten in Flensburg seine Fahrerlaubnis verloren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein 57-jähriger Lastwagenfahrer, der seine Führerschein-Sachbearbeiterin erstochen haben soll, muss sich vor dem Landgericht Flensburg verantworten. Der Mann war laut Anklage Ende April in Lürschau bei Schleswig in das Einfamilienhaus der Sachbearbeiterin eingedrungen. Dort soll er die 37-Jährige gewürgt und auf sie eingestochen haben.

Hintergrund in dem Totschlag-Prozess ist laut den Angaben die Nichterteilung einer Fahrerlaubnis. "Er wollte sie töten", sagte Staatsanwalt Axel Schmidt. Der Angeklagte habe die Sachbearbeiterin dafür verantwortlich gemacht, dass er seinen Führerschein nicht wiederbekam - wodurch er seinen Job als Lastwagenfahrer verlor.

An den Tattag sowie die Zeit davor und danach könne er sich nicht erinnern, sagte der Angeklagte am ersten Prozesstag. Dass Spuren seiner DNA unter den Fingernägeln der Getöteten gefunden worden waren, ebenso Zigarettenkippen in der Nähe des Tatorts, kommentierte er mit: "Keine Erklärung".

"Ich habe keine Abneigung gegen die Frau"

Der Angeklagte und sein Opfer kannten sich schon länger. Sie waren einst Nachbarn, bevor er nach der Trennung von seiner Frau in einen anderen Ort zog. Die 37-Jährige soll auch zwei Mal angezeigt haben, dass der Mann ohne Führerschein Auto gefahren sei. Im aktuellen Fall war sie für die Wiedererteilung seiner Fahrerlaubnis zuständig. Diese hatte er wegen 18 Punkten in Flensburg verloren. Eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) bestand er nicht, und bekam wohl deshalb seinen Führerschein nicht wieder.

Für ihn als Lastwagenfahrer bedeutete dies zunächst Arbeitslosigkeit. Der Angeklagte bestand aber darauf, der Frau keine Schuld daran zu geben. "Ich habe keine Abneigung gegen die Frau gehabt."

Der 57-Jährige sitzt seit Anfang Mai in Untersuchungshaft. Nach der Tat soll er einen Selbstmordversuch unternommen haben. Für den Prozess sind zunächst fünf Termine bis Anfang Dezember angesetzt.

Quelle: n-tv.de, dpa

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