Panorama

Besondere Heimtücke Lange Haft für Mord an eigener Großmutter

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Die Richter folgten dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft.

picture alliance / Felix Kästle/

Für seine Großmutter soll ein 28-Jähriger eigentlich nur Geld abheben. Daraus wird eine Shoppingtour, gefolgt von einem Besuch im Spielcasino. Dabei fließt auch eine Menge Alkohol. Am Folgetag kommt es zwischen den beiden zum Streit, der in einem grausamen Mord endet.

Wegen heimtückischen Mordes an seiner Großmutter hat das Berliner Landgericht einen 28-jährigen Mann zu lebenslanger Haft verurteilt. Damit folgten die Richter nach Gerichtsangaben dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte im Prozess keinen konkreten Antrag gestellt. Philipp L. hatte zu Beginn des Prozesses gestanden, die 80-jährige Gisela O. im Mai in ihrem Haus im Stadtteil Kaulsdorf im Streit getötet zu haben.

Am Tag vor dem Mord hatte der Enkelsohn die EC-Karte seiner Großmutter ausgeliehen, um für sie 1000 Euro abzuheben. Stattdessen ging er laut seiner Aussage mit der EC-Karte einkaufen und in ein Spielcasino. Er hob weiteres Geld ab und betrank sich. Als er am Tag darauf, abermals alkoholisiert, zu seiner Großmutter zurückgekehrte, kam es zu einem Streit, der eskalierte.

Zunächst würgte Philipp L. seine Großmutter, dann ließ er sie auf den Boden fallen und drückte ihr ein Kissen ins Gesicht. Dabei starb die alte Frau. Am selben Abend kam L. nochmals zum Tatort zurück, um Beweise zu vernichten und einen Einbruch zu inszenieren. Mitte Mai wurde er festgenommen. Dem Urteil gegen ihn lag das Mordmerkmal der Heimtücke, nicht aber der Habgier zugrunde.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP