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"Das ist besonders abstoßend" Lehmann kritisiert Tebartz-van Elst scharf

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Karl Lehmann ist erbost über das Verhalten von Tebartz-van Elst. (Archivbild)

(Foto: picture alliance / dpa)

Der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, äußert sich mit deutlichen Worten zu der Causa Limburg. Für Tebartz hat er vor allem eines: Kritik. Dessen Verhalten sei "abstoßend", für die Medien habe er Verständnis.

Karl Kardinal Lehmann hat das Verhalten des ehemaligen Limburger Bischofs Tebartz-van Elst scharf kritisiert. Der Mainzer Bischof äußerte sich in der katholischen Kirchenzeitung "Glaube und Leben" deutlich zu den Vorgängen im benachbarten Bistum. Dabei äußerte er auch Verständnis für die Medien. "Ganz gewiss gab es von Seiten mancher Medien eine Hetzkampagne gegen den Bischof", erklärt der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Der Prüfbericht zeige jedoch, dass es eben doch "erhebliche Fehler und unverantwortliche Missgriffe" gegeben habe.

"Leider hat Bischof Tebartz-van Elst weder in den vergangenen Monaten noch in diesen Tagen konkret die Fehler benannt, die er bereut", so Lehmann über das Eingeständnis Tebartz-van Elsts, er habe Fehler gemacht. "Deswegen darf man sich über ein vernichtendes Medienecho nicht wundern. Es gibt nichts zu beschönigen", schreibt der 77-jährige Kardinal.

"Missbrauchte Menschen unerträglich belastet"

Papst Franziskus hatte vergangene Woche entschieden, dass Tebartz-van Elst unter anderem wegen ausufernder Baukosten für den Bischofssitz und mangelnden Vertrauens im Bistum nicht in sein Amt zurückkehren darf. Kardinal Lehmann nennt diese Entscheidung weise. Er kritisiert, dass Tebartz-van Elst seinen früheren Generalvikar Franz Kaspar nach dieser Entscheidung für einen wesentlichen Teil der Kostenexplosion verantwortlich machte: "Dass der Bischof jetzt auch noch vor allem seinen ehemaligen Generalvikar belastet, ist besonders abstoßend."

Er sehe ein Fehlverhalten nicht nur in der Beschaffung und Verwendung von Finanzen angesichts der Not vieler Menschen. Auch der Umgang mit geltenden kirchlichen Vorschriften und die Tendenz zur Geheimhaltung habe "die dafür missbrauchten Menschen in einer unerträglichen Weise belastet", so Lehmann.

Der Mainzer Geistliche richtet den Blick nach vorn und hält weitere Schritte der Kirche für notwendig: "Wir wollen gemeinsam verlorenes Vertrauen zurückgewinnen". Mit Blick auf die Zukunft des ehemaligen Limburger Bischofs spricht sich Lehmann für eine zweite Chance aus. Der Papst hatte vergangene Woche erklärt, "zu seiner Zeit" werde dem Bischof eine neue Aufgabe zugeteilt. "Wir wünschen ihm dafür ein gutes Gelingen und bitten um einen guten Neuanfang für unser Nachbarbistum, für uns alle und auch für Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst."

Quelle: n-tv.de, fma

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