Panorama

In Äthiopien entführt London bestätigt fünf Vermisste

Mehrere Ausländer sind am Freitag in einer abgelegenen Region im Norden Äthiopiens möglicherweise entführt worden. Fünf westliche Europäer mit Verbindungen zur britischen Botschaft, unter ihnen Briten und Angehörige anderer Nationen, gelten als vermisst, bestätigte das britische Außenministerium. Die äthiopische Polizei sprach von einem Entführungsfall. Demnach handele es sich bei den Entführten um fünf Europäer, die in Äthiopien leben. Sie seien nahe der umstrittenen Grenze zu Eritrea von einer unbekannten Gruppe verschleppt worden. Die Polizei geht davon aus, dass auch einheimische Fahrer und Übersetzer als Geiseln genommen wurden.

Unklar war zunächst, ob weiterhin französische Touristen vermisst wurden. Eine Gruppe von etwa zehn Franzosen, die zunächst auch als vermisst galten, habe sich mittlerweile gemeldet, hieß es aus Diplomatenkreisen in Addis Abeba. Sie seien auf eigene Faust in der als unsicher geltenden Region unterwegs und zeitweise nicht erreichbar gewesen. In der extrem heißen und schwer erreichbaren Afar-Region im Norden des Landes kommt es immer wieder zu Raubüberfällen. Die äthiopische Regierung bestätigte, dass es einen Zwischenfall gegeben habe, nannte aber keine Details.

Mitte der 90er Jahre hatte eine Rebellengruppe aus der Region italienische Touristen entführt und nach zwei Wochen wieder freigelassen. Seit 2004 wird in der Gegend eine französische Touristin vermisst.

Die Afar-Rebellen fordern einen eigenen Staat für ihre Volksgruppe. In der Afar Region wurde 1974 das Skelett von "Lucy", eines weiblichen Urmenschen, gefunden.

Quelle: ntv.de