Panorama

In Äthiopien entführt London schickt Experten

Großbritannien bemüht sich um die Freilassung von mehreren Ausländern, die vermutlich in Äthiopien entführt wurden. Ein Expertenteam des Außenministeriums, unter ihnen auch ein Beamter mit Erfahrung im Verhandeln mit Geiselnehmern, traf am Samstag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ein. Am Vortag hatte London bestätigt, dass fünf westliche Ausländer mit Verbindungen zur britischen Botschaft in Addis Abeba in einer abgelegenen Region im Norden Äthiopiens vermisst würden, unter ihnen auch Briten.

Äthiopische Behörden haben unterdessen informiert, dass fünf Europäer und 13 Einheimische von eritreischen Truppen entführt worden sind. Die Soldaten hätten die Gruppe zu einem Militärstützpunkt nahe der Grenze zu Eritrea gebracht, sagte Ismael Ali Sero, Behördenchef in der nordöstlichen äthiopischen Region Afar am Samstag. "Zuvor haben sie noch vier Fahrzeuge und zwei Häuser in Brand gesetzt", sagte er.

Die vermutlich entführten Touristen hielten sich in einer schwer zugänglichen Region im Norden Äthiopiens auf, etwa 800 Kilometer entfernt von Addis Abeba nahe der Grenze zu Eritrea. In der extrem heißen und schwer erreichbaren Afar-Region im Norden des Landes kommt es immer wieder zu Raubüberfällen.

Mehrere französische Touristen, die ebenfalls zeitweise als vermisst galten, wurden unterdessen wiedergefunden. Eine der Gruppen habe Probleme mit dem Satellitentelefon gehabt, teilte der Reiseveranstalter mit.

Mitte der 90er Jahre hatte eine Rebellengruppe aus der Region italienische Touristen entführt und nach zwei Wochen wieder freigelassen. Seit 2004 wird in der Gegend eine französische Touristin vermisst. Die Afar-Rebellen fordern einen eigenen Staat für ihre Volksgruppe. In der Afar Region wurde 1974 das Skelett von "Lucy", eines weiblichen Urmenschen, gefunden.

Quelle: ntv.de