Panorama

Aufklärung von Franco-Verbrechen Lorca-Exhumierung untersagt

2kds3347.jpg9148937214849007650.jpg

Lorcas Stücke standen für das liberale Spanien.

(Foto: dpa)

Der im spanischen Bürgerkrieg ermordete Dichter Federico García Lorca (1898-1936) wird vorerst nicht exhumiert. Ein Gericht in Granada lehnte es ab, eine Öffnung des Grabs des Poeten zu veranlassen. Die Richter in der südspanischen Stadt entschieden, dass sie in dieser Sache nicht zuständig seien. Damit nahm der seit Monaten währende Streit um eine Exhumierung des Dichters eine neue Wende.

Lorca war zu Beginn des Bürgerkrieges von Schergen des späteren Diktators Francisco Franco festgenommen und mit drei weiteren Gefangenen nahe Granada erschossen worden. Der Autor der "Zigeuner-Romanzen" war als Linker, Homosexueller und "Volksdichter" den Franco-Anhängern besonders verhasst gewesen.

Garcia-Lorca.jpg

Lorca zählt zu den bedeutendsten spanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Er wurde nur 38 Jahre alt.

Der Madrider Untersuchungsrichter Baltasar Garzón ordnete im vorigen Jahr im Rahmen seiner Ermittlungen wegen der Verbrechen des Franco-Regimes die Öffnung von 19 Massengräbern an. Dazu gehörte auch jenes, in dem die Überreste Lorcas vermutet werden. Der Nationale Gerichtshof in Madrid verfügte wenig später jedoch eine Einstellung der Ermittlungen. Nach Ansicht des Tribunals in der spanischen Hauptstadt sind die lokalen Gerichte für die Massengräber zuständig.

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema