Panorama

Streit um Donald Trump Luxus-Golfplatz abgelehnt

In Schottland tobt ein Streit um einen geplanten Luxus-Golfplatz des US-Milliardärs Donald Trump. Nachdem Gemeinderäte in Aberdeenshire das Projekt im Wert von eine Milliarde Pfund (rund 1,4 Milliarden Euro) am Donnerstag abgelehnt hatten, werde nun eine Notfallsitzung einberufen, berichtete die Zeitung "Daily Telegraph".

Möglicherweise könne die Entscheidung rückgängig gemacht werden. Geschäftsleute, Politiker und Anwohner hätten sich beschwert und auf die Bedeutung des Promi-Golfplatzes für den Tourismus an der Nordostküste Schottlands verwiesen. Dagegen wehrten sich Umweltschützer gegen das Projekt an den Dünen nördlich von Aberdeen, die Teil eines Naturschutzgebietes sind.

"Die Reaktion der Öffentlichkeit war ziemlich überwältigend, und wir müssen auf das hören, was unsere Wähler meinen", sagte die Gemeinderätin Anne Robertson. "Dieses Projekt ist enorm wichtig für unsere Wirtschaft und ich werde alles dafür tun, damit der Antrag nicht im Sande verläuft."

Der New Yorker Immobilien-Mogul Trump, dessen Mutter Schottin war, plant an der Küste nördlich von Aberdeen zwei Golfplätze, ein Fünf-Sterne-Hotel und hunderte Appartements. Es sollte nach seinen Angaben der "beste Golfplatz der Welt" werden. Ein Vertreter Trumps drohte, den Luxusplatz anderswo in Europa zu bauen.

Der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses, Martin Ford, erhielt nach eigenen Angaben "unerfreuliche" Emails und wurde mit Anrufen belästigt, nachdem er gegen den Luxusplatz gestimmt hatte. Der "Daily Telegraph" beschreibt den Liberalen Demokraten als überzeugten Umweltschützer. "Herr Ford ist Vegetarier, besitzt weder ein Mobiltelefon noch ein Auto, fährt täglich mehr als 20 Meilen mit dem Fahrrad und war seit 15 Jahren nicht in einem Flugzeug."

Ford sagte: "Einige werden für den Rest unseres Lebens denken, dass wir einen Fehler gemacht haben, andere werden uns von Herzen danken. Aber es war keine Entscheidung, die wir uns leicht gemacht haben."

Quelle: n-tv.de