Panorama

Berichte über Millionenverluste MDR bestreitet Vorwürfe

Um die Finanzen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) ist ein öffentlicher Streit entbrannt. Die Landesrechnungshöfe von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben in einem Bericht die Anlagepolitik des MDR kritisiert.

Nach dem Bericht der Rechnungshöfe zu operativen Geldgeschäften hat die Dreiländeranstalt erhebliche stille Reserven in Spezialfonds angesammelt, deren Wert inzwischen stark gesunken sei. Zudem habe der Anteil "risikobehafteter Geldanlagen" im August 2005 bei 49,82 Prozent gelegen, nur 35 Prozent seien erlaubt. Medien hatten darauf hin über Millionenverluste spekuliert.

MDR bestreitet Bericht

Intendant Udo Reiter verteidigte das Vorgehen des öffentlich-rechtlichen Senders. Der MDR habe nichts verloren und auch nicht in riskante Wertpapiere investiert, sagte er dem MDR Info. Der Bericht der Rechnungshöfe habe im Ergebnis festgestellt, dass der MDR im Prüfzeitraum 2001 bis 2005 überaus erfolgreich mit seinen Finanzanlagen gewesen sei.

"Unsere Richtlinie ist, dass wir 35 Prozent Aktien und nicht mehr haben", sagte Reiter. Es gebe bestimmte Papiere, die man entweder zu den Aktien zählen könne oder auch nicht. Der MDR zähle sie im Gegensatz zu den Prüfern nicht dazu. "Das war eine Dissonanz." Der MDR werde seine Richtlinien in diesem Punkt überarbeiten und verschärfen, um Missverständnissen vorzubeugen.

Sieben Spezialfonds

Laut Prüfbericht wurden zwischen 1994 und 1999 sieben Spezialfonds aufgelegt, die Ende 2000 einen Wert von knapp 625 Millionen Euro hatten. Wegen dramatischer Kursverluste sank der Wert der MDR- Rücklagen bis Ende 2002 auf rund 464,7 Millionen Euro. Seit 2003 sei dieser wieder kontinuierlich angestiegen. Die stillen Reserven, die vor allem 2005 erheblich zugenommen hätten, seien nun von der sich verschärfenden Finanzkrise betroffen.

Über die Höhe des Rückgangs habe der MDR trotz Nachfrage keine Auskunft gegeben, hieß es in dem Bericht der Prüfer. Dazu erklärte der Sender am Donnerstag, dass sich "angesichts der jüngsten Kursrückgänge an den Aktienmärkten die stillen Reserven wieder relativiert haben". Die durchschnittliche Verzinsung aller Fonds seit Auflegung belaufe sich immer noch auf 3,7 Prozent pro Jahr. "Das heißt im Klartext, dass nicht ein Euro der Rundfunkgebühren verloren gegangen ist", erklärte der MDR.

Reiter zufolge parkt der MDR wie alle Rundfunkanstalten das Geld, das er aktuell gerade nicht benötigt. "Wir finanzieren aus diesen stillen Reserven zum Beispiel die Leasingraten für die Baukosten des MDR, also die Landesfunkhäuser und die Zentrale." Was übrig bleibe, werde wie verlangt in das Programm investiert. "Wir werden 2012, zum Ende der jetzigen Gebührenperiode, diese ganzen übrigen stillen Reserven aufgelöst haben. Das ist richtig, dass man das so macht, und das tun wir auch", sagte Reiter.

Quelle: ntv.de

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