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Peter Madsen hat seine Aussage, wie es zu dem Tod von Kim Wall kam, mehrmals geändert.
Peter Madsen hat seine Aussage, wie es zu dem Tod von Kim Wall kam, mehrmals geändert.(Foto: dpa)
Dienstag, 14. November 2017

U-Boot-Bauer unter Mordverdacht: Madsen bleibt freiwillig in U-Haft

Weil er die schwedische Journalistin Kim Wall ermordet und zerstückelt haben soll, droht dem Erfinder Peter Madsen eine lange Haftstrafe - doch er selbst hat offenbar gar kein Interesse daran, auf freien Fuß zu kommen. Er will vorerst im Gefängnis bleiben.

Der mordverdächtige dänische Erfinder und U-Boot-Bauer Peter Madsen bleibt freiwillig in Untersuchungshaft. Er lasse die Haft um vier Wochen verlängern, sagte seine Anwältin der Zeitung "Ekstra Bladet". Ursprünglich sollte ein Gericht am morgigen Mittwoch über eine Verlängerung der U-Haft entscheiden. Dem 46-Jährigen wird vorgeworfen, die schwedische Journalistin Kim Wall im Sommer an Bord seines selbstgebauten U-Bootes getötet zu haben.

Kim Walls Tod bleibt ein Rätsel.
Kim Walls Tod bleibt ein Rätsel.(Foto: imago/ritzau)

Der Mordverdächtige selbst spricht von einem Unfall. Nach Angaben der Polizei sagte er im Verhör aus, er sei an Deck des U-Bootes gewesen, als die 30-Jährige unten möglicherweise an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben sei. Dieser Darstellung widersprach Madsens Anwältin zuletzt. Sie warf den Ermittlern vor, die Aussage zu dem Todesfall falsch wiedergegeben zu haben. Madsen wisse nicht, wie Wall ums Leben gekommen sei.

Ein Polizeisprecher sagte der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau, Madsen habe tatsächlich nicht selbst gesagt, dass die Frau an Kohlenmonoxidvergiftung starb. Er habe das als Möglichkeit dargestellt, nicht aber als Tatsache. Die endgültige Todesursache kenne die Polizei nicht. Madsen hatte seine Aussage mehrmals geändert und zwischenzeitlich behauptet, der Frau sei ein schwerer Lukendeckel auf den Kopf gefallen.

Prozess soll am 8. März beginnen

Die Leiche der jungen Frau wurde - zerstückelt und mit mehreren Messerstichen im Unterleib - mehrere Tage nach dem Verschwinden Walls im Meer gefunden. Madsen hat inzwischen zugegeben, den Körper zerteilt und über Bord geworfen zu haben, bestreitet aber weiterhin einen Mord.

Der Prozess gegen Madsen soll am 8. März vor einem Kopenhagener Gericht beginnen und nach erster Planung bis zum 25. April dauern. Der Fall sei nahezu fertig untersucht. Noch immer suchen Taucher in der Bucht südlich von Kopenhagen allerdings nach Walls Armen und Händen sowie ihrem und Madsens Mobiltelefonen.

Quelle: n-tv.de

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