Panorama

Häme für Modekonzern Mango empört mit "Nazi-Bluse"

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(Foto: Facebook/martinsonneborn)

Der Modehändler Mango bringt mit einer Bluse zahlreiche Kritiker gegen sich auf. Stein des Anstoßes ist das Muster. Der Konzern spricht von einem Blitz - andere aber erkennen eher ein Nazi-Zeichen. Doch das ist nicht der einzige Fauxpas.

Die spanische Modekette Mango zieht erneut Hohn und Spott der sozialen Netzwerke für ein umstrittenes Kleidungsstück auf sich. Nachdem bereits der "Sklavenarmreif" vor einiger Zeit für heftige Kritik gesorgt hatte, macht nun die "SS"-Bluse Furore. Dabei handelt es sich um ein weißes Hemd mit einem schwarzen "Blitzmuster", wie der Onlineshop des Unternehmens angibt.

Jedoch erinnert das Print viele offenbar weniger an einen Blitz, sondern löst vielmehr Assoziationen zum Symbol der SS im Nationalsozialismus aus. Das Symbol der "Schutzstaffel" besteht aus zwei blitzförmigen Siegrunen, die an den Buchstaben S erinnern. Das Symbol gilt nach dem Hakenkreuz als bekanntestes Erkennungsmerkmal der Nationalsozialisten.

Nächster Fauxpas ist der "Total Look", unter dem die Bluse vermarktet wird. Zusätzlich zu dem umstrittenen weißen Hemd gibt es weitere passende Kleidungsstücke, die als "Total Look" bezeichnet werden. Twitter-User erinnert diese Bezeichnung an die Sportpalastrede von Propoganda-Minister Joseph Goebbels, in der er den "Totalen Krieg" forderte.

Runen oder Blitznarbe

Auf Twitter und Facebook löst die Bluse einen Sturm der Entrüstung und Belustigung aus. Dort heimst das Hemd bereits Häme als "Eva-Braun-Kollektion" ein. Der Satiriker und "Die Partei"-Gründer Martin Sonneborn schreibt, warum es das Stück nur für Damen gebe, während andere Nutzer den Wirbel für übertrieben halten. Auch Assoziationen an die Blitznarbe des Zauberschülers Harry Potter kommen bei einigen Usern auf.

Der Modehändler ist jedoch nicht das einzige Unternehmen, das seine Kleidung mit umstrittenen Logos und Prints versieht. Auch die spanische Modekette Zara machte unlängst mit einem gestreiften Kindershirt, das mit einem an einen "Judenstern" erinnernden Zeichen versehen war, auf sich aufmerksam. Das Unternehmen entschuldigte sich für seinen Fehler und nahm das "Sheriff"-Hemd aus dem Programm. Urban Outfitters verkaufte unterdessen einen Pullover, der an das Massaker an der Kent University erinnert.

Mango äußerte sich zu den Vorwürfen gegenüber "Bild" und erklärte das missverständliche Zeichen auf dem Hemd: "In dieser Linie gibt es zwei andere Modelle, deren Druckmotive aus Herzen und Sterne bestehen. Beim Printmuster der Bluse Rayo ist ein individuelles Blitzmuster sichtbar. Mango bedauert die unglückliche Assoziation, die durch das Design dieser Bluse entstanden ist." Ähnlich äußerte sich das Unternehmen auf Twitter.

Quelle: ntv.de, lsc