Panorama

Illegale Waffenwerkstatt ausgehoben Mann machte Deko-Waffen scharf

Der Verdacht steht schon länger im Raum, die Ermittler vermuten, dass ein Mann in seinem Haus an Waffen herumbastelt. Doch was BKA-Ermittler und Vertreter der Essener Staatsanwaltschaft schließlich finden, überrascht sie doch. Der Mann hat eine ganze Sammlung hochgefährlicher Waffen, manches muss vor Ort entschärft werden.

3euf1952.jpg5459908118154376945.jpg

Nicht alle Waffen waren transportfähig.

(Foto: dpa)

Die Polizei hat auf dem Grundstück eines Mannes aus dem nordrhein- westfälischen Marl ein illegales Waffenlager entdeckt. Einsatzkräfte beschlagnahmten vergangene Woche unter anderem zwei Maschinengewehre, verschiedene Maschinenpistolen, Sturmgewehre und Pistolen, mehrere tausend Schuss Munition sowie Granaten, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mitteilte.

Der 49-Jährige sitzt seit seiner Festnahme in der vergangenen Woche wegen des Verdachts auf illegalen Waffenbesitz in Untersuchungshaft. Das BKA hatte nach eigenen Angaben im Auftrag der Staatsanwaltschaft Essen schon seit längerem gegen den Mann ermittelt. Dabei habe sich der Verdacht erhärtet, dass er über das Internet sogenannte Dekorations-Kriegswaffen erworben und durch Rückbaumaßnahmen wieder schussfähig gemacht habe.

Ein Teil der Granaten habe nicht abtransportiert werden können, sie wurden am Ort kontrolliert gesprengt. Der Waffennarr unterhielt auf seinem Grundstück sogar einen unterirdischen Schießstand und schoss dort zumindest mit einigen der sichergestellten Feuerwaffen. Dabei ging es wohl darum auszuprobieren, ob seine Umbaumaßnahmen erfolgreich waren.

BKA-Präsident Jörg Ziercke nannte die Aktion einen "neuerlichen Erfolg im Kampf gegen illegale Waffenbestände in Deutschland". Wenngleich die Zahl der polizeilich bekannt gewordenen Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz seit 2009 rückläufig ist, gehe von dieser Art der Kriminalität immer auch eine erhebliche Gefahr für die Bevölkerung aus. "Wir werden daher auch künftig konsequent gegen die Waffenkriminalität in Deutschland vorgehen."

Quelle: ntv.de, sba/dpa