Panorama

Fehlende Brücken-Bolzen McCain rügt Kongress

Nach dem Einsturz einer Brücke in Minneapolis hat der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain eine Mitschuld des US-Kongresses eingeräumt. Die Abgeordneten gaben seinen Angaben zufolge rund 20 Milliarden US-Dollar für Bauvorhaben frei. "Vielleicht hätte einiges von dem Geld in die landesweite Überprüfung dieser Brücken fließen sollen", sagte der Senator von Arizona.

Es wäre für die Sicherheit der 200.000 Menschen, die die nun eingestürzte Brücke über den Mississippi täglich passierten, besser gewesen, nicht 233 Millionen US-Dollar für eine Brücke in Alaska auszugeben, die zu einer Insel mit 50 Einwohnern führe, kritisierte McCain.

Bush am Katastrophenort

US- Präsident George W. Bush reiste zum Katastrophenort im US- Staat Minnesota. In seiner wöchentlichen Rundfunkansprache versprach er umfassende Unterstützung, damit die wichtige Autobahnbrücke zwischen den Städten Minneapolis und St. Paul rasch wieder aufgebaut werden könne. Der US-Kongress stellte dazu 250 Millionen Dollar (etwa 182 Millionen Euro) bereit.

Suche nach Opfern sehr schwierig

Mindestens acht Menschen wurden weiter vermisst, darunter eine junge Mutter mit ihrem 20 Monate alten Baby. Die Zahl der Todesopfer blieb bei fünf. Ungefähr 30 der rund 80 Verletzten sind noch in Krankenhäusern, wie der Sender CNN berichtete. Der Polizei zufolge sind 20 Taucher im Mississippi eingesetzt. Wegen des Schlammes im Fluss müssen sie sich in nahezu völliger Dunkelheit bewegen - angesichts der vielen Trümmer im Wasser eine lebensgefährliche Aufgabe, sagte der Polizeichef von Minneapolis, Tim Dolan. Nach seinen Angaben konnten mehrere Fahrzeuge zunächst nicht untersucht werden, weil sie übereinandergetürmt auf dem Grund liegen.

Fehlende Bolzen, rostige Streben

Die Unglücksursache ist weiter unklar. Laut Medienberichten war schon 1990 in einem Inspektionsbericht auf verrostete Verstrebungen und fehlende Bolzen hingewiesen worden. Experten der Nationalen Transportsicherheitsbehörde (NTSB) sichteten am Freitag Amateurvideos vom Einsturz. Wie der NTSB-Vorsitzende Mark Resenker in Minneapolis sagte, zeigen die Aufnahmen, dass sich der Südteil der Brücke während des Zusammenbruchs um etwa 15 Meter verschob, während der Rest senkrecht absackte. Die Ermittler erhoffen sich von dieser Beobachtung erste Aufschlüsse. Sie studieren auch Fotos der Brücke vor dem Einsturz.

Quelle: ntv.de

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