Panorama
Freitag, 20. August 2010

Lage in Russland entspannt sich: Medwedew gibt Entwarnung

In weiten Teilen Russlands haben die Einsatzkräfte die Waldbrände im Griff. Präsident Medwedew hebt in drei der verbliebenen vier Katastrophen-Regionen den Ausnahmezustand auf. Laut Behörden ist auch die Gefahr atomarer Verseuchung gebannt.

Die Einsatzkräfte haben die Lage im Griff.
Die Einsatzkräfte haben die Lage im Griff.(Foto: dpa)

Nach der Entspannung bei den schweren Waldbränden in Russland hat Präsident Dmitri Medwedew in drei von noch vier Regionen den Ausnahmezustand wieder aufgehoben. In der Region Rjasan aber bleibe die Lage angespannt, teilte der Kreml-Pressedienst mit. In den Gebieten um Moskau und Nischni Nowgorod sowie in der russischen Teilrepublik Mordwinien hatten Einsatzkräfte die Feuersbrunst zuletzt immer weiter eingedämmt. Zivilschutzminister Sergej Schoigu hatte deshalb am Vortag beantragt, die Einschränkungen dort wieder aufzuheben. Insgesamt brannte es nach Angaben seines Ministeriums noch auf einer Fläche von 10.000 Hektar.

Vorwürfe von Kritikern, die Regierung verschweige das Ausmaß der Katastrophe, wies Schoigu zurück. "Wir betrügen niemanden", betonte er. Die "schwierigste Situation" sei die mittlerweile eingedämmte Lage nahe des Atomzentrums Sarow etwa 400 Kilometer östlich von Moskau gewesen, sagte der Minister. Der für die Öffentlichkeit gesperrte Wald um das geheime Areal sei seit vielen Jahren nicht gepflegt worden.

Gluthitze weicht Kaltfront

Der Leiter des Atomkonzerns Rosatom, Sergej Kirijenko, meldete bei einem Treffen mit Regierungschef Wladimir Putin, alle Brände in der Nähe von Atomanlagen seien gelöscht. Messungen nach den Feuern in den Gebieten, die nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 radioaktiv verseucht wurden, hätten keine erhöhten Werte ergeben.

Wegen der schwersten Wald- und Torfbrände der russischen Geschichte hatte Medwedew am 2. August in sieben Regionen den Ausnahmezustand angeordnet. In Russland wich auch die seit mehr als zwei Monaten andauernde Gluthitze. In Moskau stürzten die Temperaturen auf nur noch etwa 15 Grad Celsius, nachdem das Thermometer wochenlang mehr als 35 Grad angezeigt hatte.

Quelle: n-tv.de

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