Panorama

Eroberung von Ibi Mehlschlacht in Spanien

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Eine Stadt trägt weiß.

(Foto: dpa)

Es sind Bilder wie aus dem Krieg: In der ostspanischen Kleinstadt Ibi bei Alicante übernehmen "Aufständische" die Macht - mit Mehl, Eiern und Knallfröschen bewaffnet.

Nach einem über 200 Jahren alten Brauch setzten die maskierten und ulkig gekleideten "Rebellen" symbolisch für einen Tag den Bürgermeister ab. Dazu bedurfte es allerdings einer längeren "Schlacht", bei der ganze Stadtviertel mit Mehlstaub eingehüllt wurden.

 

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"Aufständische" in Ibi.

(Foto: dpa)

Die symbolische Eroberung der Stadt findet in Ibi jedes Jahr in Form eines Volksfestes am 28. Dezember statt, dem Tag der unschuldigen Kinder. Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass dieser Brauch "weltweit einzigartig" sei. Der 28. Dezember hat in Spanien eine ähnliche Funktion wie der 1. April in Deutschland.

 

Die neuen Machthaber - genannt "Els Enfarinats" (die mit Mehl Gepuderten) - trieben bei Banken und Geschäften "Steuern" ein, die später einem wohltätigen Zweck zugute kommen. Wer von den 25.000 Einwohnern der Stadt den Anordnungen der neuen Regierung nicht Folge leistete, musste eine Strafe zahlen oder riskierte, selbst mit Mehl bestreut zu werden. Der neue Bürgermeister der "Putschisten", Ramón Bernabéu, gab bekannt, bei der Schlacht um die Stadt sei niemand verletzt worden. "Es gab nur ein paar Kratzer."

Quelle: ntv.de