Panorama

442 Vorfälle gemeldet Mehr Angriffe auf Berliner Lehrer

Die Zahl der gemeldeten Angriffe auf Berliner Lehrer hat im vergangenen Schuljahr erneut zugenommen. 442 Angriffe wurden von den Schulen registriert, das waren 68 (18 Prozent) mehr als im Vorjahr, teilte die Bildungsverwaltung mit. Insgesamt wurden im Schuljahr 2006/07 den Angaben zufolge 1735 Gewaltvorfälle (plus 162) gemeldet. Bei 938 öffentlichen Schulen sind das im Durchschnitt 1,8 Gewalttaten pro Schule. Als positiv wertete Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), dass die jährliche Zunahme nicht mehr bei 30 bis 70 Prozent liege wie früher. Gemeldet werden müssen Vorfälle wie Beleidigung, Mobbing, Raub oder Körperverletzung.

Die Zahlen würden allerdings "nur bedingt Rückschlüsse auf die tatsächliche Gewaltentwicklung an Schulen" zulassen, weil sie das Meldeverhalten der Schulen widerspiegeln, teilte Zöllner mit. Die Zahlen waren in den 90er Jahren angestiegen, nachdem 1992 die Meldepflicht eingeführt worden war. Eine gute Nachricht sei, dass Schulleitungen und Lehrer inzwischen "mehr Offenheit im Umgang mit Gewalttaten in den Schulen und deren Umfeld zeigen", erklärte der Senator. Der Leitsatz laute heute nicht mehr nur "Hinsehen und Melden", sondern "Hinsehen und Handeln". Spektakuläre Vorfälle, die zu heftigen Diskussionen führten, hatten sich unter anderem an Schulen in sozialen Brennpunkten wie der Neuköllner Thomas-Morus-Schule und Rütli-Schule sowie an Schulen in Wedding und Tempelhof mit direkten Angriffen gegen Lehrerinnen und Lehrer zugetragen.

Quelle: n-tv.de