Panorama
Freitag, 05. November 2010

Teenager in Not: Mehr Jugendliche töten sich

Zukunftsängste, Druck in der Schule, Mobbing: Die Anzahl der Jugendlichen, die keinen anderen Ausweg mehr sehen als den Suizid, nimmt wieder zu. Selbst einige Kinder unter 15 Jahren töten sich selbst. Psychologen suchen nach genauen Erklärungen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Zahl der Selbstmorde bei Jugendlichen ist nach Jahren des Rückgangs wieder gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, nahm sich 2008 mehr als jeder siebte gestorbene Jugendliche in Deutschland selbst das Leben. Insgesamt starben 1325 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren, 210 von ihnen töteten sich selbst. Ein Jahr zuvor waren es 196.

Selbst 17 Kinder unter 15 Jahren brachten sich um (2007: 24). In den Jahren zuvor war die Zahl der Selbstmorde noch stetig gesunken. Hatten sich 1999 noch 286 Teenager selbst getötet, so waren es 2007 dann 196.

"Viele Kinder haben Zukunftsängste", sagte der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut Ulrich Müller aus Fulda. "Es hat den Anschein, dass es eine Krise nach der anderen gibt." Das mache die Zukunft für sie unabwägbar und kaum noch kalkulierbar.

Kein Raum

Außerdem fehle es den Jugendlichen an Spielräumen, weil ihre Freizeit wegen des größeren Drucks in der Schule immer kürzer werde. Gerade in den Städten gebe es immer weniger Räume, in denen Kinder ohne Einschränkungen spielen und entdecken könnten, sagte Müller, der im Vorstand der Landeskammer der hessischen Psychologen arbeitet.

Insgesamt sterben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes immer weniger Kinder und Jugendliche. Seit 1999 ging diese Zahl um knapp 40 Prozent zurück. Die größte Gefahr für die Jungen und Mädchen bleibt die Straße: Fast jeder vierte Todesfall zwischen 1 und 19 Jahren war auf einen Verkehrsunfall zurückzuführen.

Quelle: n-tv.de