Panorama

Antikörper-Studie in New York? Mehr als jeder Vierte in der Bronx positiv?

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New York ist in den USA die Stadt mit den meisten Coronavirus-Fällen.

(Foto: dpa)

Eine große Studie in New York will durch Antikörper-Tests herausfinden, wie viele Menschen tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert waren. Die vorläufigen Zahlen sind erstaunlich. Demnach wurden in der Bronx bei mehr als 25 Prozent der Bewohner Antikörper gefunden. Im reicheren Manhattan ist der Wert niedriger.

In Teilen der Millionenmetropole New York könnte bereits mehr als jeder vierte Mensch mit dem neuen Coronavirus infiziert gewesen sein. Das geht aus neuen vorläufigen Zahlen einer ersten Antikörper-Studie hervor, die der Gouverneur des Bundesstaats, Andrew Cuomo, vorgestellt hat.

Demnach seien im besonders heftig betroffenen und eher ärmeren Stadtteil Bronx bei zufälligen Stichproben bei 27,6 Prozent der Getesteten Antikörper festgestellt worden. Im reicheren Manhattan war dies bei 17,3 Prozent der Stichproben der Fall. Insgesamt wurden in der Stadt New York bei 19,9 Prozent der Überprüften die Antikörper gefunden, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus entstehen. Für den Bundesstaat New York lag dieser Wert bei 12,3 Prozent von 15.000 zufällig Getesteten.

In der rund 8,4 Millionen Einwohner großen Stadt New York waren bis Freitag laut Zahlen des Gouverneurs offiziell rund 170.000 positiv getestete Fälle festgestellt worden. Die Daten der Studie deuten darauf hin, dass die tatsächliche Zahl rund zehnmal so hoch gelegen haben könnte. Täglich starben in der vergangenen Woche rund 300 Menschen im Bundesstaat New York an den durch das Virus ausgelösten Krankheiten. Insgesamt gibt es dort mehr als 18.000 Todesopfer.

Feldlazarett wird geschlossen

Viele Forscher gehen davon aus, dass diejenigen, die den Erreger Sars-CoV-2 bereits hatten, zumindest für eine gewisse Zeit immun gegen die Erkrankung Covid-19 sind. Die aktuellen Antikörperstudien befinden sich allerdings in einem frühen Entwicklungsstadium, und es ist unklar, wie genau sie sind.

Derweil schließt New York angesichts rückläufiger Patientenzahlen ein Corona-Feldlazarett im Central Park. Es werde etwa zwei Wochen dauern, bis die letzten Patienten entlassen und die Zelte abgebaut werden können, teilte die US-Hilfsorganisation Samaritan's Purse mit. Die christliche NGO hatte das Behelfskrankenhaus Ende März aufgebaut, um die New Yorker Krankenhäuser in der Corona-Pandemie zu entlasten. 191 Infizierte seien dort in den vergangenen Wochen behandelt worden, erklärte Samaritan's Purse. Von Montag an würden keine neuen Patienten mehr aufgenommen.

*Datenschutz

Die Hilfsorganisation sprach von einem "bedeutenden Wendepunkt" für New York in der Coronavirus-Krise. Die Krankenhäuser seien wegen der sinkenden Fallzahlen nun wieder in der Lage, die Behandlung der Patienten zu stemmen.

Am Donnerstag hatte bereits ein Krankenhausschiff der US-Marine die Millionenstadt wieder verlassen. Auf der "USNS Comfort" mit ihren 1000 Krankenbetten und zwölf Operationssälen wurden letztlich nur 182 Patienten behandelt, von denen rund 70 Prozent an Covid-19 erkrankt waren. Auch ein weiteres Behelfskrankenhaus in einem Kongresszentrum in New York soll nächste Woche geschlossen werden.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP