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Tempo 30 - nein danke! Mehrheit gegen neues Limit in Ortschaften

Tempo 30

Gilt oft vor Kitas, Schulen oder Altenheimen - Tempo 30.

(Foto: Markus Scholz/dpa)

Mehr Sicherheit, weniger Lärm, bessere Luft - das prophezeien Experten bei einer Einführung von Tempo-30-Limits in Ortschaften. Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland will den Fuß aber nicht vom Gas nehmen. Die aktuellen 50 km/h befürworten die meisten.

60 Jahre nach der Einführung von Tempo 50 in deutschen Ortschaften finden neue Limits keine Mehrheit. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Eine generelle Begrenzung auf Tempo 30 in Innenstädten jenseits der Hauptstraßen lehnt mehr als die Hälfte der 2000 Befragten (52 Prozent) ab. Volle Zustimmung bekommt die Tempo-30-Idee in der Umfrage nur bei einem Fünftel (20 Prozent) der Befragten. Ein weiteres Fünftel (21 Prozent) würde sie eher befürworten.

Die Gruppe der Gegner ist größer: Ein Viertel der Befragten (25 Prozent) spricht sich voll und ganz gegen Tempo 30 aus, ein weiteres Viertel (27 Prozent) ist eher dagegen. Umweltbundesamt-Präsidentin Maria Krautzberger hatte jüngst gefordert, Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts vorzuschreiben. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat hält das für eine gute Idee, falls sich Modellversuche künftig als wirksam für Verkehrssicherheit, Lärmschutz und Umwelt erweisen.

Anders als bei der Einführung 1957 steht die große Mehrheit der befragten Autofahrer heute aber hinter Tempo 50. 65 Prozent befürworten das Limit voll und ganz, 24 Prozent sind eher dafür. Komplett abgelehnt wird die Grenze von zwei Prozent der Befragten, fünf Prozent lehnten sie eher ab.

Vor 1957 hatte in Westdeutschland mehrere Jahre lang keine Geschwindigkeitsgrenze existiert. Die DDR hielt immer daran fest. Ein Drittel der Befragten (31 Prozent) gibt heute an, sich immer an Tempo 50 zu halten, mehr als die Hälfte (54 Prozent) beachten das Limit häufig. Lediglich ein Prozent der Interviewten hält sich nach eigenen Angaben nie daran, zwölf Prozent tun es selten.

Quelle: ihe/dpa

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