Panorama

Razzien in 15 Orten Menschenhandel aufgedeckt

Drogen- und Menschenhandel, Vermittlung von Scheinehen und Scheckbetrug: Eine Spezialeinheit des Landeskriminalamtes und der Bundespolizei in Stuttgart hat eine international agierende Bande aus Afrika auffliegen lassen. Mehr als 570 Einsatzkräfte der Landes- und der Bundespolizei durchsuchten 34 Wohnungen und Arbeitsstellen in Böblingen, Sindelfingen, Herrenberg, Stuttgart, Jettingen, Nagold, Calw, Murrhardt, Eberbach, Asperg, Schwäbisch-Hall und Gerstetten (alle Baden-Württemberg). Auch in Worms (Rheinland-Pfalz) sowie Herne und Köln (beide Nordrhein-Westfalen) wurde ermittelt.

Zehn Männer und drei Frauen überwiegend nigerianischer Herkunft wurden festgenommen. Die Ermittler fanden geringe Mengen Marihuana und umfangreiche schriftliche Unterlagen, die derzeit ausgewertet werden. Der Bande werden das Schleusen von Landsleuten, die Vermittlung von Scheinehen, Scheck- und Überweisungsbetrug sowie der Handel mit Rauschgift vorgeworfen. Die Ermittler waren durch einen anderen Fall von Menschenhandel auf die Tatverdächtigen aufmerksam geworden, bei dem die eingeschleusten Frauen aus Afrika mit Voodoo-Ritualen zur Prostitution gezwungen worden waren.

Kopf der Schleuserbande soll ein 43-jähriger Deutscher nigerianischer Herkunft sein. Der mutmaßliche Hauptlieferant des Rauschgifts, ein mit einer Deutschen verheirateter 43-jähriger Nigerianer mit Wohnsitz in Bayern, wurde am vergangenen Samstag von Beamten des Polizeipräsidiums Frankfurt mit 18 Kilogramm Marihuana festgenommen. Das Rauschgift hatte der Verdächtige kurz zuvor in den Niederlanden beschafft.

Quelle: ntv.de