Panorama

Auf seinem Mount Everest Messner kritisiert Putzaktion

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Kritisiert den staatlich geförderten Bergtourismus in Nepal: Reinhold Messner.

(Foto: dpa)

Er hat sie alle gehabt, die Achttausender dieser Welt. Reinhold Messner war überall ganz oben: egal, ob auf Makalu, K2 oder Mount Everest. Auf Letzterem will eine Gruppe von Bergsteigern im April Müll sammeln. Das ist für Messner nur eine "Propagandageschichte"..

Putzen am Mount Everest? Das ist nichts für Extrembergsteiger Reinhold Messner. Der 67-Jährige kritisiert eine geplante deutsche Aufräumaktion am höchsten Berg der Welt als "Propagandageschichte" und geht mit den Veranstaltern aus Aachen hart ins Gericht. "Sie sollten doch, wenn sie schon nach Nepal fliegen, lieber einen Nebenberg besteigen und gar nichts am Berg zurücklassen", sagte er in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk. "Nicht mal eine Zahnbürste."

In den vergangenen Jahren sei der Everest von mehreren Dutzend Lastenträgern vom Himalaya-Volk der Sherpas immer wieder gesäubert worden. "Das macht vielleicht einen Sinn, weil dann viele Leute raufgehen und dann Müll runtertragen", sagte Messner dem Sender hr1. "Die haben 16 oder 18 Tonnen runtergebracht." Eine Gruppe um den Aachener Bergsteiger Paul Thelen hatte angekündigt, den Everest im April von Müll zu befreien, den Expeditionen zurückgelassen hatten.

Messner sieht die steigende Anziehungskraft des Himalayas mit großen Sorgen: Die Umweltverschmutzung in dem Gebirge sei eine Folge des staatlich geförderten Bergtourismus in Nepal. "Heute gehen 2000 bis 3000 pro Jahr dem Everest entgegen", kritisierte er. "Da muss man den Berg in Ketten, in Seile legen, es wird eine Piste gebaut." Für 30.000 Dollar könne der Everest gebucht werden.

Als erster Mensch hatte Messner den Mount Everest ohne Sauerstoff sowie alle 14 Achttausender der Welt bestiegen. Zudem durchquerte er zu Fuß die Antarktis und die mongolische Wüste Gobi.

Quelle: ntv.de, dpa