Panorama

Schrott mit chinesischen Zeichen Metallteil gehört nicht zu MH370

Ein Steuerruder einer Boeing 777 hat der Indische Ozean bereits an die Strände der Insel La Réunion getragen. Auf der Suche nach weiteren Teilen stoßen Inselbewohner auf ein Metallteil. Doch das stammt wohl eher aus der Haushaltsabteilung.

Täglich werden an den Stränden der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean unzählige Dinge angespült. Doch seit ein Steuerruder einer Boeing 777 gefunden wurde, das mit großer Wahrscheinlichkeit von der verschollenen Malaysia-Airlines-Maschine MH370 stammt, wird jeder Strandfund genauestens unter die Lupe genommen.

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Am Sonntag hieß es, ein weiteres Teil der wohl auf dem Meer abgestürzten Maschine sei gefunden worden. Es handele sich um ein zehn mal zehn Zentimeter großes Metallteil. Der Fund weise eine Art Griff auf, der mit Leder überzogen ist und zwei aufgedruckte Ideogramme zeigt. Vermutet wurde, dass es aus der Innenausstattung der Boeing stammen könnte. Das Teil sei als mutmaßliches Beweisstück aufgenommen worden, hieß es aus den Ermittlerkreisen.

Doch nun steht fest: Der Fund gehörte nicht zu dem vermissten Flugzeug. Ein malaysischer Behördenvertreter sagte dem Sender Sky, vermutlich handele es sich um ein Teil von einer Haushaltsleiter. Die beiden chinesischen Schriftzeichen deuten auf eine Stadt in China hin, möglicherweise der Produktionsort der Leiter.

Schwimmender Müll

Ähnlich äußerte sich auch der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt in der "Bild"-Zeitung. "Die Schriftzeichen auf dem Teil sehen asiatisch aus. Das spricht gegen den US-Hersteller Boeing", sagte Großbongardt dem Blatt. Die gefundene Steuerklappe sei "schwimmfähig" gewesen, ein Metallteil hingegen gehe unter. Dies spreche dagegen, dass das Metallstück ein Flugzeugteil sei, so der 59-Jährige.

Inzwischen übergaben Inselbewohner weitere Objekte an die Polizei. Darunter waren eine Waschmittelflasche mit indonesischer Aufschrift und eine chinesische Wasserflasche. Bisher sei aber "nichts Auffälliges" dabei gewesen, hieß es vom australischen Verkehrsministerium. Damit bleibt das Steuerruder bislang die einzige verlässliche Spur zu MH370. Das Wrackteil wird ab Mittwoch in einem Labor des französischen Verteidigungsministeriums in Toulouse von Experten untersucht.

Der unerwartete Fund des Wrackteils in rund 4000 Kilometern Entfernung des vermuteten Absturzorts hatte Hoffnungen geweckt, eines der großen Rätsel der Luftfahrtgeschichte werde doch noch gelöst. Die Malaysia-Airlines-Maschine war am 8. März 2014 auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Insassen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Es wird vermutet, dass sie vom Kurs abwich und nach stundenlangem Flug anschließend mit leerem Tank in den Indischen Ozean stürzte.

Quelle: n-tv.de, sba

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