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Warum verabreichte Murray Narkosemittel? Michael Jacksons Leibarzt war verschuldet

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Tausende traf der Tod Michael Jacksons 2009 schwer.

(Foto: REUTERS)

Tag drei des jüngsten Prozesses rund um den Tod von Popstar Michael Jackson legt den Fokus auf dessen Leibarzt. Ein Zeuge berichtet, dass Conrad Murray von Jackson als Patient abhängig war, ihm deshalb die tödliche Dosis Narkosemittel nicht verwehren konnte.

Gab Michael Jacksons Leibarzt dem Popstar eine tödliche Dosis Narkosemittel, weil er hochverschuldet war und seinem Patienten nicht vergrätzen wollte? Genau diese Theorie ist am dritten Tag des Prozesses des Jackson-Clans gegen den Konzertveranstalter des "King of Pop" AEG aufgekommen.

Der Polizist Orlando Martinez sagte aus, dass Leibarzt Conrad Murray mit mehr als 100.000 Dollar in der Kreide stand. Der Ermittler berichtete von Mietschulden, nicht zurückgezahlten Ausbildungskrediten und überzogenen Kreditkarten. Der Arzt sei dadurch in einer schwierigen finanziellen Lage gewesen.

Murray war im Jahr 2011 wegen fahrlässiger Tötung zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil er Jackson kurz vor dessen Tod das Narkosemittel Propofol verabreicht hatte.

Jacksons Mutter wirft Konzertagentur Gier vor

Im jüngsten Prozess geht es eigentlich aber weniger um die Schuld Murrays. Jacksons 82-jährige Mutter Katherine und seine drei Kinder werfen dem US-Konzertveranstalter AEG vor, die Gesundheit und Sicherheit des "King of Pop" aus Geldgier vernachlässigt, zu viel Druck auf ihn ausgeübt zu haben. Bei dem Zivilprozess in Los Angeles geht es nun um Schadenersatz in Millionen-, womöglich gar in Milliardenhöhe. Die Angehörigen wollen mit einer Summe entschädigt werden, die Jackson nach seiner Konzerttournee für AEG und einem Karriereschub hätte verdienen können.

AEG organisierte die für den Sommer 2009 geplanten Comeback-Konzerte Jacksons. Wenige Woche vor dem Auftakt starb der 50-jährige Künstler an der Überdosis Propofol, das er zum Einschlafen nutzte.

Der neue Rechtsstreit in Los Angeles vor zwölf Geschworenen könnte sich bis zu vier Monate hinziehen. Auf der Zeugenliste stehen unter anderem Jacksons Ex-Frau Lisa Marie Presley sowie andere Sänger wie Prince und Diana Ross. Zudem sollen Ärzte, frühere Mitarbeiter des Popstars und Manager aus der Plattenindustrie aussagen. Mit Spannung wird auch der mögliche Auftritt von Jacksons älteren Kindern, Prince (16) und Paris (14), erwartet.

Quelle: n-tv.de, AFP

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