Panorama

"Nichts davon war einfach" Michelle Obama und ihr Ärger mit den Trumps

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Barack Obama übergab sein Amt so reibungslos, "wie es die amtierenden Präsidenten in unserer Geschichte getan haben", wie sich die ehemalige First Lady Michelle Obama erinnert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der abgewählte US-Präsident Donald Trump weigert sich weiterhin, das Ergebnis der Wahl anzuerkennen und die Amtsgeschäfte geordnet auf seinen Nachfolger Joe Biden zu übertragen. Das kritisiert nicht nur Biden, sondern auch die ehemalige First Lady.

In den USA deutet auch eine Woche nach der Präsidentschaftswahl nicht viel darauf hin, dass der Machtwechsel von Amtsinhaber Donald Trump zum gewählten Präsidenten Joe Biden geregelt ablaufen wird. Trump weigert sich beharrlich, das Wahlergebnis anzuerkennen, in seiner Administration herrscht weiterhin Aufregung. Die Regierung Trump blockiert das eingeübte Ritual einer auch für die Nation wichtigen reibungslosen Übergabe der Amtsgeschäfte. Das lief schon anders, wie sich Michelle Obama, Vorgängerin von Trumps Ehefrau Melania als First Lady, erinnert. Auch, wenn der Prozess für sie und ihren Mann Barack Obama schmerzhaft war.

Die ehemalige First Lady Michelle Obama hat auf ihrem Instagram-Kanal das Verhalten von Präsident Donald Trump und seiner Frau Melania Trump kritisiert. In dem Posting reflektiert sie, wie es ihr vor vier Jahren gelungen sei, ihre Wut über den damaligen Wahlsieg von Trump zu verdrängen, um einen friedlichen Übergang zu ermöglichen. "Ich war verletzt und enttäuscht - aber die Stimmen waren ausgezählt und Donald Trump hatte gewonnen", schreibt Obama über die Tage, nachdem der Republikaner Trump die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hilary Clinton überraschend deutlich geschlagen hatte. "Mein Mann und ich beauftragten unsere Stäbe, das zu tun, was George und Laura Bush für uns getan hatten: einen respektvollen, nahtlosen Machtwechsel zu vollziehen - eines der Markenzeichen der amerikanischen Demokratie."

Nichts davon sei einfach für sie gewesen, schrieb Obama weiter. "Donald Trump hatte rassistische Lügen über meinen Mann verbreitet, die meine Familie in Gefahr brachten. Das war nichts, was ich bereit war zu verzeihen." Trump hatte unter anderem jahrelang Zweifel daran gesät, ob Barack Obama tatsächlich als US-Bürger geboren wurde. Rassistische Sticheleien, die Trump als politisches Werkzeug nutzte - und die in interessierten Kreisen bis heute auf fruchtbaren Boden fallen.

Einladung an Jill Biden steht noch aus

Es brauchte "Stärke und Reife, um meine Wut beiseite zu schieben", erinnerte sich die ehemalige First Lady Michelle Obama. Sie habe trotzdem Melania Trump ins Weiße Haus eingeladen und ihre Fragen beantwortet – zur Sicherheit im Weißen Haus, aber auch, wie es sei, Kinder im Zentrum der Macht aufzuziehen. "Ich wusste in meinem Herzen, dass es das Richtige war - denn unsere Demokratie ist so viel größer als das Ego von irgendjemandem." Eine Einladung von Melania Trump an die künftige First Lady Jill Biden steht noch aus.

Auch weil Donald Trump weiter eine Übergabe der Amtsgeschäfte an Biden blockiert. Der 74-jährige Amtsinhaber hat seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November bislang nicht eingeräumt. Er spricht ohne Belege von angeblichem Wahlbetrug und hat eine Reihe von Klagen eingereicht. Biden hat das Verhalten seines unterlegenen Rivalen wiederholt kritisiert, Trumps Blockadehaltung stößt auch in den eigenen Reihen auf Kritik. "Die Präsidentschaft gehört weder einer Person noch einer Partei", schreibt Michelle Obama. "Wenn wir so tun, als gehöre sie einer Person oder einer Partei an, wenn wir mit diesen grundlosen Verschwörungstheorien mitspielen - sei es zum persönlichen oder politischen Vorteil -, dann gefährden wir die Gesundheit und Sicherheit unseres Landes. Dies ist kein Spiel."

Quelle: ntv.de, ter