Panorama

Lager auf Lesbos entlastet Migranten dürfen in leerstehende Hotels

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Die Hygiene-Bedingungen sind in den Lagern miserabel.

(Foto: REUTERS)

Alten, Kranken und Kindern in den Migrantenlagern auf den griechischen Inseln muss als erstes geholfen werden - diese Forderungen wurden in letzter Zeit immer lauter. Jetzt reagieren UN, EU und griechische Regierung. Die Großzügigkeit der Einheimischen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Angesichts der Gefahr durch das Coronavirus werden die Flüchtlingscamps auf den griechischen Inseln leicht entlastet. Aus den Lagern auf Lesbos und den anderen Inseln würden etwa 1000 besonders gefährdete Migranten in leerstehende Hotels umziehen, schrieb EU-Innenkommissarin Ylva Johansson auf Twitter. Dies sei möglich durch Bemühungen des UN-Flüchtlingshilfswerks, der Internationalen Organisation für Migration, der griechischen Regierung und der EU-Kommission.

Zudem betonte Johansson die "Großzügigkeit der griechischen Einheimischen": "EU-Werte in der Praxis, selbst in diesen schwierigen Zeiten." Ein Kommissionssprecher ergänzte, ein Teil der Menschen sei bereits im Laufe des umgezogen, der Rest folge am Mittwoch. Die Hotels befinden sich demnach auf den Inseln selbst sowie auf dem Festland. Dem griechischem Migrationsministerium zufolge wurden innerhalb der ersten drei Monate des Jahres bereits rund 10.000 Migranten von den Inseln aufs griechische Festland gebracht. Das EU-Türkei-Abkommen sieht Rückführungen in die Türkei nur von den Inseln vor.

Etliche Hilfsorganisationen und Politiker hatten wegen der miserablen Hygiene-Bedingungen zuletzt gefordert, dass die Camps angesichts der Corona-Krise komplett geräumt werden sollten. Aktuell leben nach Angaben des Migrationsministerium knapp 40.000 Migranten auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios. Dabei liegt die Kapazität eigentlich bei rund 7000 Plätzen.

Besonders kranken, unbegleiteten und Kindern unter 14 Jahren muss geholfen werden: Deutschland hatte sich bereits vor einigen Tagen bereit erklärt, 50 Jugendliche aus den Camps auf den Ägäis-Inseln aufzunehmen, es sollen in der nächsten Zeit aber noch mehr kommen dürfen. Der Koalitionsausschuss von Union und SPD hatte im März beschlossen, im Rahmen der EU-Partner aus Griechenland einen Anteil von insgesamt etwa 1000 bis 1500 Kindern nach Deutschland zu holen und zu betreuen.

Quelle: ntv.de, soe/dpa