Panorama

Getarnt als BND-Agent Millionenbetrüger verhaftet

Die Polizei hat einen dreisten Millionenbetrüger aus Itzehoe in Schleswig-Holstein festgenommen. Der 30 Jahre alte Mann hatte sich als Geheimagent des Bundesnachrichtendienstes (BND) ausgegeben und mit dieser "Tarnung" Auto- und Versandhäuser, Ärzte und Krankenhäuser, Rechtsanwälte und Notare, Makler, Hausverkäufer und Banken betrogen. Der Gesamtschaden beträgt vermutlich mehrere Millionen Euro, teilte die Polizei mit. Der Hochstapler wurde bereits vor einer Woche festgenommen. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.

Den Ermittlungen zufolge hatte der 30-Jährige als falscher Doktor Kontakt zu hochrangigen Militärs aufgenommen und sich in ihre Kreise eingeschlichen. Anschließend ergaunerte sich der Mann bei einem Kreiswehrersatzamt eine entsprechende "Gehaltsmitteilung" (Besoldungsgruppe A 16), und bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) holte sich der angebliche BND-Mitarbeiter einen Mitgliedsausweis.

Dieses offizielle Papier in der Tasche öffnete ihm sämtliche Türen bei Banken und Autohäusern. Dabei erweckte er erfolgreich den Eindruck: "Alles ist geheim, Nachfragen sind unerwünscht", sagte ein Ermittler. Banken richteten ihm Girokonten mit Überziehungskrediten ein, Autofirmen lieferten ihm teure Luxus-Autos, und bei Investmentfirmen orderte er Wertpapiere - in Einzelfällen bis hin zu 5,5 Millionen Euro.

Gegen den Hochstapler wird seit etwa 2003 in Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen ermittelt. Nun werden alle Verfahren zentral von der Staatsanwaltschaft in Itzehoe bearbeitet.

Quelle: ntv.de

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