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Brisanter Bericht zur Loveparade Minister verteidigt Polizei

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Ralf Jäger während der aktuellen Stunde im Landtag.

(Foto: dapd)

Ein Bericht unterstellt der Polizei ein massives Fehlverhalten bei der Loveparade-Katastrophe. Nordrhein-Westfalens Innenminister Jäger weist alle Vorwürfe zurück. Es gäbe keine Anhaltspunkte für ein mangelhaftes Einsatzkonzept.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger hat neue Vorwürfe über angeblich gravierende Fehler der Polizei bei der Loveparade zurückgewiesen. "Es gab weder in tatsächlicher noch rechtlicher Hinsicht Anhaltspunkte für eine dienstpflicht- beziehungsweise sorgfaltswidrige Ablösung der Polizeikräfte", erklärte der SPD-Politiker in einer Aktuellen Stunde des Landtags. Bei dem Unglück in Duisburg waren im vergangenen Juli 21 Menschen ums Leben gekommen.

Der "Spiegel" hatte gemeldet, die Staatsanwaltschaft habe der Polizei in einem Bericht gravierende Fehler in der Einsatzplanung in Duisburg vorgeworfen. Ein Schichtwechsel sei mitten in der "heißen Phase" der Veranstaltung erfolgt und habe die Arbeit der Beamten behindert.

Weiter Ermittlungen gegen 16 Personen

Jäger berief sich auf einen Einleitungsvermerk der Duisburger Staatsanwaltschaft vom Januar. Den vollen Ermittlungsbericht kenne die Landesregierung aber nicht, sagte er. Es werde weiter gegen einen Polizeibeamten, elf Beschäftigte der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Veranstalters ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft habe eine strafrechtliche Verantwortung einzelner Polizisten mit Blick auf das kritische Gedränge an der Rampe geprüft. Bisher bleibe es aber beim Anfangsverdacht gegen nur einen Beamten, so der Innenminister.

Es habe Funkprobleme und Kommunikations-Schwierigkeiten wegen Netzüberlastungen gegeben, die aber nicht ursächlich für die tödliche Katastrophe seien, betonte Jäger. Eine "Kausalität (...) im Hinblick auf den Tod von 21 Besuchern" sei hier laut Staatsanwaltschaft "kaum begründbar".

Quelle: n-tv.de, dpa

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