Panorama

Tod des Literaturnobelpreisträgers Mit Márquez stirbt der Magische Realismus

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Márquez bei seinem letzten öffentlichen Auftritt Anfang März: Reporter sangen ihm ein Geburtstagsständchen.

(Foto: dpa)

Mit "Hundert Jahre Einsamkeit" und "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" erlangt Gabriel García Márquez Weltruhm. Doch der Kolumbianer ist nicht nur ein brillanter Schriftsteller. Nun stirbt der Politaktivist und enge Freund Fidel Castros im Alter von 87 Jahren.

Sprachgewaltiger Literaturstar und scharfzüngiger Politaktivist: Mit Gabriel García Márquez hat die Welt einen der wichtigsten Autoren und Intellektuellen der Gegenwart verloren. Der kolumbianische Literaturnobelpreisträger starb am Donnerstag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Mexiko-Stadt. "García Márquez ist tot", sagte der Sprecher der staatlichen Kulturbehörde Conaculta, Roberto Perea. García Márquez hinterlässt seine Ehefrau Mercedes Barcha und seine Söhne Rodrigo und Gonzalo.

Bereits kurz nach der Nachricht vom Tod des Schriftstellers trafen aus der ganzen Welt Beileidsbekundungen in Mexiko ein. "Tausend Jahre Einsamkeit und Trauer angesichts des Todes des größten Kolumbianers aller Zeiten", schrieb der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos auf Twitter. Der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa bedauerte den Tod seines einstigen Freundes und späteren Rivalen. "Ein großer Schriftsteller ist gestorben", sagte er der Zeitung "El Comercio".

Auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto sowie die kolumbianischen Sänger Shakira und Juanes sandten Kondolenzadressen. Der mexikanische Dichter und ehemalige Präsident des internationalen PEN-Clubs, Homero Aridjis, sagte: "Mit García Márquez stirbt der letzte wichtige Vertreter des Magischen Realismus'."

Bekennender Linker und Freund Fidel Castros

García Márquez galt als einer der bedeutendsten spanischsprachigen Schriftsteller der Literaturgeschichte. 1982 wurde der Autor von "Hundert Jahre Einsamkeit" und "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Mit seiner opulenten und bildgewaltigen Sprache machte er den Magischen Realismus als literarischen Stil populär.

Wegen einer schweren Lungenentzündung war García Márquez Anfang April rund eine Woche lang in einem Krankenhaus in Mexiko-Stadt behandelt worden. Seine Familie sprach von einer Vorsichtsmaßnahme. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums musste er allerdings auch nach seiner Entlassung noch künstlich beatmet werden. Sein Arzt hatte den Zustand des 87-Jährigen zuletzt als kritisch beschrieben. "Er ist bei schwacher Gesundheit", sagte Jorge Oseguera am Mittwoch dem kolumbianischen Radiosender Caracol. "Angesichts seines Alters, seiner jüngsten Probleme und seiner Krankengeschichte nicht ungewöhnlich."

García Márquez wurde am 6. März 1927 in Aracataca in der kolumbianischen Karibikregion geboren. Die Ortschaft gilt als Vorbild für das Dorf Macondo, dem er in "Hundert Jahre Einsamkeit" ein Denkmal setzte.

Bevor er sich der Literatur zuwandte, arbeitete er als Journalist. Auch später kommentierte der bekennende Linke und Freund des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro das Weltgeschehen immer wieder in Zeitungsartikeln.

Seit Jahrzehnten lebte García Márquez in Mexiko-Stadt. Zuletzt war er an seinem Geburtstag Anfang März öffentlich aufgetreten. Vor seinem Haus begrüßte er Fotografen und Journalisten, äußerte sich allerdings nicht. Die Reporter sangen ihm ein Ständchen.

Quelle: ntv.de, jve/dpa

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