Panorama

"Akt der Anmaßung" Mixa wohnt im Bischofspalais

Der vom Papst entlassene Augsburger Bischof Mixa kehrt nach seinem Klinik- und Kuraufenthalt wieder in die Bischöfliche Residenz zurück. Sein Hausrecht hatte er allerdings verwirkt. Mixas Anwalt findet das jedoch in Ordnung: Mixa könne ja nicht zelten. Bistumsvertreter sind entsetzt.

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Bischof Walter Mixa ist nicht mehr in Amt und Würden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der wegen Prügelvorwürfen zurückgetretene Augsburger Bischof Walter Mixa ist überraschend in das Bistum zurückgekehrt und hat damit für Unmut in der Kirche gesorgt. Mixa sei wieder in seine Wohnung im Augsburger Bischofspalais gegenüber dem Dom gezogen, berichtete die "Augsburger Allgemeine". Sein Rechtsanwalt stellte klar, dass der frühere Bischof selbst entscheiden könne, wie lange er dort wohnen bleibe. "Er wohnt nach wie vor hier, zelten kann er nicht."

Ein hochrangiger Bistumsvertreter sagte der "Augsburger Allgemeinen" jedoch, Mixas Rückkehr sei in Kirchenkreisen der Stadt als ein "Akt der Anmaßung" empfunden worden. Mixa habe als zurückgetretener Bischof kein Hausrecht mehr und müsse sich zuvor eine Erlaubnis der Diözese einholen. Es sei unklar, ob dies erfolgt sei. "Er wäre besser im benachbarten Ausland geblieben", sagte ein ranghoher Geistlicher.

Mixa hatte am 21. April nach Prügel- und Untreuevorwürfen bei Papst Benedikt XVI. um seine Entlassung gebeten, die offiziell am 8. Mai angenommen wurde. Vorermittlungen zu Missbrauchsvorwürfen hat die Staatsanwaltschaft eingestellt, die Prügelvorwürfe aus seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen bestehen weiter.

Das Bistum wies zudem Vorwürfe zurück, Mixa sei Opfer einer kircheninternen Intrige geworden. Die Behauptung, der Ex-Bischof sei zum Rücktritt gezwungen worden, "ist objektiv falsch", sagte der Augsburger Weihbischof Anton Losinger der "Augsburger Allgemeinen". Vielmehr hätten die Mitglieder der Bistumsleitung Mixa mit dem Vertrauensverlust in der Diözese und dem Anstieg der Kirchenaustritte konfrontiert. Mixa habe entgegnet: "Wenn das so ist, müsste ich ja zurücktreten." Davon habe ihm niemand abgeraten, sagte Losinger.

Quelle: ntv.de, dpa