Panorama
Mitschüler von Lena während der Trauerfeier. Die Tat bewegt Emden bis heute.
Mitschüler von Lena während der Trauerfeier. Die Tat bewegt Emden bis heute.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 27. Juli 2012

In Parkhaus vergewaltigt und getötet: Mordfall Lena vor Gericht

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Nur wenige Verbrechen haben Deutschland in den letzten Jahren so bewegt wie der Mord an Lena in Emden. Sie stirbt, unweit einer Polizeiwache, nach einer Vergewaltigung in einem Parkhaus. Die Ermittlungen sind voller Pannen.

Es war eine erschütternde Tat. Und nun kommt der Fall vor ein Gericht: Vier Monate nach dem Mord an der elfjährigen Lena in einem Parkhaus in Emden hat die Staatsanwaltschaft Aurich Anklage wegen Mordes gegen einen Verdächtigen erhoben. Der 18-Jährigen soll das Mädchen am 24. März vergewaltigt und ermordet haben. Der Mann aus Nordrhein-Westfalen wohnte zuletzt in Emden in Ostfriesland und ist seit 1. April in Untersuchungshaft. Er soll zudem Ende 2011 versucht haben, eine Joggerin in den Emder Wallanlagen zu vergewaltigen. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest, das Landgericht Aurich hat noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden.

Konkrete Angaben zu der Tat in einem Parkhaus in Sichtweite der Emder Polizeistation will die Staatsanwaltschaft aus Gründen des Opferschutzes noch nicht machen. Auch über die Tatwaffe wurde bisher nichts bekannt. Der Angeschuldigte sei nach genauen Zeugenangaben und durch einen DNA-Abgleich mit Spuren von beiden Tatorten als dringend tatverdächtig überführt worden, so Staatsanwalt Klaus Visser.

Maximal zehn Jahre

Bei der versuchten Vergewaltigung soll der Verdächtige die junge Joggerin von hinten angegriffen, zu Boden gestreckt und gewürgt haben. Einer Vergewaltigung entkam sie durch heftige Gegenwehr, sie konnte verletzt fliehen.

Bei einer Verurteilung droht dem Mann bei Anwendung des Jugendstrafrechts eine Strafe von maximal zehn Jahren, bei Anwendung des Erwachsenenstrafrechts eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Die Ermittlungen über die Rolle der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Aschendorf dauern noch an. Dort hatte der 18-Jährige vor dem Mord eine Therapie regulär beendet. Gegen den Leiter der psychiatrischen Einrichtung liegt eine Strafanzeige vor. Nach Ermittlungspannen bei der Suche nach Lenas Mörder laufen zudem Disziplinarverfahren gegen mehrere Polizisten. Weil zunächst ein Minderjähriger fälschlicherweise, aber identifizierend verhaftet worden war, kam es zu einem Lynchauffruf im Internet. Der jetzt Beschuldigte hatte sich vor der Tat auf einer Polizeiwache gemeldet und von seinen pädophilen Neigungen berichtet. Daraufhin geschah allerdings weitgehend nichts: ein Durchsuchungsbefehl für seine Wohnung blieb unbearbeitet.

Quelle: n-tv.de