Panorama

"Schwarze Witwe" vor Gericht Mordserie an Rentnern

Mit einer spektakulären Mordserie an vermögenden Rentnern befasst sich an das Landgericht Göttingen. Wegen vierfachen heimtückischen Mordes müssen sich eine als "Schwarze Witwe" bekanntgewordene 68-jährige frühere Prostituierte und ein von ihr psychisch abhängiger 53-jähriger Gelegenheitsarbeiter verantworten. Die Frau soll ihren Gehilfen zwischen 1994 und 2000 mit den Morden beauftragt haben. Der 53-jährige Gelegenheitsarbeiter hatte sich im vergangenen August der Polizei offenbart.

Laut Anklage hatte die Frau Anfang der 90er Jahre begonnen, Kontaktanzeigen in regionalen und überregionalen Tages- und Wochenzeitungen aufzugeben. Sie suchte darin nach "älteren, pflegebedürftigen Herren zwecks Altenpflege". Die Ermittler gehen davon aus, dass es Lydia L. dabei ausschließlich ums Geld ging.

Mindestens vier der Männer kamen ums Leben, nachdem die Frau sie finanziell geschröpft hatte. Laut Anklage hat Lydia S. in allen vier Fällen den Opfern zunächst Beruhigungsmittel ins Essen gemischt. Als die Männer schläfrig und wehrlos waren, soll ihr Gehilfe sie erstickt haben.

Das erste Mordopfer starb im Juni 1994. Die Leiche des 74-jährigen Rentners aus Meppen im Emsland wurde damals an der Autobahn 7 südlich von Göttingen gefunden. Der Gelegenheitsarbeiter hatte den Toten mit Benzin übergossen und angezündet. Im September desselben Jahres brachte der Hilfsarbeiter im nordhessischen Melsungen den 84-jährigen Ehemann der Ex-Prostituierten um, wenige Monate nach der Hochzeit. Damals hatte niemand Verdacht geschöpft.

Drittes Mordopfer wurde 1995 ein 81-jähriger Unternehmer aus Zweibrücken in Rheinland-Pfalz. Die Leiche wurde bei Volkerode in Nordthüringen entdeckt. Sie war ebenfalls mit Benzin übergossen und angezündet worden. Im Jahr 2000 schließlich tötete der Hilfsarbeiter einen 71-jährigen Rentner aus einem Dorf bei Springe am Deister. Die Leiche dieses Mannes wurde nach dem Geständnis des Mordgehilfen im Garten seines eigenen Haues ausgegraben.

Wie lange der Prozess dauern wird, ist nicht abzusehen. Die Schwurgerichtskammer hat zunächst 24 Verhandlungstage bis Ende April angesetzt.

Quelle: ntv.de

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