Panorama

In Jacksons Sterbestunde Murray telefonierte mit Freundin

30kl4029.jpg255415358201392894.jpg

Anding hörte nur noch Gemurmel.

(Foto: dpa)

Michael Jackson legte seine Gesundheit in die Hände von Conrad Murray und bezahlte ihn dafür gut. Doch als es für Jackson um Leben und Tod geht, hatte sein Arzt offenbar Besseres zu tun, als seinen hippokratischen Eid zu erfüllen.

Nach Aussage weiterer Zeugen im Prozess gegen Michael Jacksons früheren Leibarzt war dieser am Todestag des Sängers häufig am Telefon. Conrad Murrays Bekannte Sade Anding gab im Gericht von Los Angeles zu Protokoll, sie habe mit Murray am 25. Juni 2009 einige Minuten gesprochen, als er plötzlich aus der Leitung verschwand.

1317753806.jpg3958838802644851395.jpg

Murray war kein besonders fürsorglicher Arzt.

(Foto: AP)

Dann habe sie nur noch unverständliches Murmeln und Geräusche gehört, so, als ob das Telefon in seiner Hosentasche gesteckt habe. Die Anklage legte nahe, dass Murray mitten in dem Gespräch plötzlich bemerkte, dass sein Patient nicht mehr atmete.

Jackson war an einer "akuten Vergiftung" mit dem starken Betäubungsmittel gestorben. Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Der Prozess befindet sich in der zweiten Woche. Die Staatsanwaltschaft will beweisen, dass der Leibarzt abgelenkt war und "grob fahrlässig" mit seinem prominenten Patienten umging. Während er Jackson betreute, kümmerte sich Murray auch noch um seine Patienten in anderen Praxen und telefonierte mit Angestellten und Bekannten, so der Vorwurf.

30kl4122.jpg6315066285990612999.jpg

Alvarez hat mit Murray einen Sohn. Sie lernte Jackson auch persönlich kennen.

(Foto: dpa)

Murrays Freundin Nicole Alvarez gab zu Protokoll, dass sie in den Wochen vor Jacksons Tod in ihrer Wohnung in Los Angeles Pakete für den Arzt in Empfang genommen hatte. Alvarez, die mit Murray einen zweijährigen Sohn hat, beteuerte, dass sie nichts über den Inhalt wusste.

Ermittler stellten später fest, dass die Sendungen unter anderem große Mengen des Narkosemittels Propofol enthielten. Insgesamt ist von über 15 Litern die Rede. Auch mit Alvarez soll Murray während der letzten Stunden Jacksons gesprochen haben.

Das Verfahren in Los Angeles kann sich nach Einschätzung des Richters über vier bis fünf Wochen hinziehen. Die Verhandlung wird von Internetportalen und einigen US-TV-Sendern live übertragen. Im Falle eines Schuldspruchs muss Murray mit vier Jahren Haft rechnen.

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema