Panorama

Pinker Buggy für einen Jungen? Mutter wehrt sich gegen Gender-Klischees

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Ein fröhliches Gespann: Rheann MacLarren und ihr Sohn.

(Foto: Facebook/Rheann MacLarren)

Ein Fremder will einen kleinen Jungen vom Puppenwagen abbringen. Doch er hat die Rechnung ohne die Mutter gemacht. Auf Facebook knöpft sich die junge Frau den Mann vor - und wird dafür von der Netzgemeinde gefeiert.

Rheann MacLarren, 25 Jahre alt, wohnhaft im britischen Glenrothes, ist eine ganz normale Mutter und doch spricht gerade die ganze Welt über sie. Grund dafür ist eine Situation, die sich so oder so ähnlich schon Hunderte Male zu getragen hat. Doch MacLarrens Reaktion ist vorbildhaft – ebenso die ihres kleinen Sohnes.

Die 25-Jährige ist mit ihrem kleinen Sohn in einem Spielzeuggeschäft, als sie einen anderen Kunden bemerkt, der ihrem Nachwuchs einen herablassenden Blick zuwirft. Der Dreijährige hat einen pinken Buggy für sich entdeckt und fährt ihn freudestrahlend durch den Laden. Der Fremde jedoch stört sich ganz offensichtlich an der Auswahl des Spielzeugs – immer wieder blickt er missbilligend zu dem Jungen herüber und schüttelt den Kopf.

Als der Fremde ihren Sohn auch noch beschimpft, reagiert die junge Mutter nicht etwa mit zickigen Bemerkungen. Kurzerhand kauft sie ihrem Sohn den Puppenwagen. Doch auch dieser hat mit seinen drei Jahren schon ein gesundes Selbstvertrauen. Denn er hat die perfekte Antwort parat. Auf Facebook berichtet Rhean MacLarren von ihrem Erlebnis:

"An den Kunden im Spielzeugladen: Ich habe gesehen, wie du mich und meinen Sohn heute angestarrt hast. Ich sah, wie du ihn angeschaut hast, als er sich einen pinken Puppenwagen nahm und diesen mit größter Freude durch den Laden schob. Ich sah, wie du die Stirn gerunzelt hast wegen eines Kindes, das sich an einem Spielzeug erfreut. Ich hörte zu, als du ihn wegen der Wahl seines Spielzeugs abschätzig behandelt hast...'Oh, das willst du nicht, das ist nur für Mädchen, nicht für Jungs! Es ist pink und mädchenhaft. Da drüben sind Autos und Dinosaurier, warum willst du dieses Mädchenspielzeug?!?'

"Weil ich es mag"

Du dachtest, du hättest das Recht, das zu einem kleinen Kind zu sagen, das du das erste Mal in deinem Leben gesehen hast. Ich war kurz davor, zu dir zu gehen und dich zurechtzuweisen für deine Vorurteile und deine Kritik an einem Kind - aber mein Junge kam mir zuvor. Und seine Antwort war so viel besser als es meine gewesen wäre: 'Weil ich es mag'.

Es gehe nicht um die Farbe, um die Etikette, die dem Spielzeug anhaftet, oder wie es aussehe, schreibt die junge Mutter weiter. "Es geht darum, dass mein Kind es ansah und sich dachte, es wäre lustig, damit zu spielen." Ihr Sohn habe den Puppenwagen den ganzen Weg vom Laden nach Hause geschoben und war so stolz auf sein neues Spielzeug. "Er erzählte mir, dass er seine Puppe reinsetzen und in den Supermarkt Milch kaufen gehen wird. Denn ja, Schock, mein Sohn hat auch eine Puppe. Seine Lieblingsspielzeuge sind sein Auto, sein Truck, sein Bus... er liebt auch Dinosaurier und Monster, und spielt gerne mit ihnen draußen im Matsch."

Gendernormen? Niemals!

Aber manchmal spiele er auch gerne mit seiner Puppe und dem Kinderwagen, er spielt in der Puppenküche und tut so, als wenn er bügeln würde, er mag pinkfarbene Sachen und liebt es, mir dabei zu zusehen, wie ich Make-Up auftrage.

Mache ich mir Sorgen? Nicht einmal ein bisschen. Mein Kind wird zu einem vielseitigen, toleranten Jungen heranwachsen, der NIE den Druck spürt, sich an Gendernormen zu halten.

"Ich hoffe, du hast gesehen, wie glücklich er aussah, als er mit dem Puppenwagen in Pink den Laden verließ - und wirst dir überlegen, so etwas noch einmal zu einem fremden Kind zu sagen", beendet Rheann MacLarren ihren Eintrag.

Quelle: ntv.de, dsi

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