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Muttermilch gilt bei reichen Chinesen mitunter als In-Getränk.
Muttermilch gilt bei reichen Chinesen mitunter als In-Getränk.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 04. Juli 2013

Neuer Trend in China: Muttermilch ist Modegetränk der Reichen

Weil viele Kinder in China nicht gestillt werden, haben sich Agenturen auf den Handel mit Muttermilch spezialisiert. Eigentlich sollen damit Säuglinge und Kranke versorgt werden. Inzwischen findet die Milch aber immer häufiger Absatz in der chinesischen High-Society, die für eine private Amme tief in die Tasche greift.

Berichte über Reiche, die Muttermilch wie Champagner konsumieren sollen, haben in China für Empörung gesorgt. Nach Angaben der Zeitung "Southern Metropolis" bietet die Agentur Xinxinyu ihren Kunden Ammen an, die für viel Geld Neugeborene, Kranke und Wohlhabende mit ihrer Milch versorgen. "Unsere erwachsenen Kunden können die Milch direkt aus der Brust erhalten oder sie abpumpen lassen, sollten sie sich zu sehr genieren", sagte der Agenturchef Lin Jun. Billig ist die private Versorgung mit Muttermilch nicht. Umgerechnet rund 2000 Euro kostet die Amme im Monat - das entspricht in etwa dem vierfachen Durchschnittslohn. "Gesunde und hübsche" Ammen erhalten deutlich mehr.

Moralischer Verfall der Reichen

Nach den Worten des Bloggers und Schriftstellers Cao Baoyin zeigt das Agentur-Angebot einmal mehr "den moralischen Verfall der Reichen in China" und unterstreicht das "gesellschaftliche Problem, Frauen wie Konsumgüter zu behandeln". In einer Online-Umfrage lehnten 90 Prozent das Angebot als unethisch ab, nur zehn Prozent hielten es für ganz "normales Geschäftsverhalten".

Die Kontrollbehörden teilten inzwischen mit, dass der Agentur die Lizenz entzogen worden sei. Als Grund wurden diverse Lizenz-Verletzungen genannt, nicht jedoch der angebotene Ammen-Dienst. In China ist das Stillen wenig verbreitet, laut einem Unicef-Bericht von 2012 geben nur 28 Prozent der Mütter ihren Kindern die Brust. Als Gründe werden die kurzen Mutterschutzzeiten genannt sowie die aggressive Werbung für Ersatzmilch.

Quelle: n-tv.de