Panorama

Taifun mit "Katrina"-Stärke "Nabi" fegt über Japan

Ein Taifun von ähnlicher Stärke wie der Hurrikan "Katrina" hat starke Regenfälle und heftige Sturmböen über den Südwesten Japans hinweg getrieben. Bei schweren Sturmböen und Regenfällen wurden am Montag mindestens fünf Menschen verletzt.

Der Wirbelsturm "Nabi" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 162 Kilometern in der Stunde kappte im Raum der südlichen Hauptinsel Kyushu in rund 18.000 Haushalten vorübergehend den Strom, beschädigte Hausdächer und beeinträchtigte den Verkehr, wie das örtliche Fernsehen berichtete. Rund 2.000 Menschen suchten aus Angst vor den Naturgewalten in öffentlichen Notfallquartieren Schutz.

Flutwarnungen in Südkorea

Behörden in Südkorea gaben Flutwarnungen heraus. Im Osten Chinas stellte man sich nach Zeitungsberichten auf Auswirkungen des Sturms ein, nachdem dort zuvor ein anderer Sturm bereits 84 Menschen das Leben gekostet hatte.

Die Wetterbehörden stuften "Nabi" auf einer aufsteigenden Skala von eins bis fünf in der Kategorie vier ein. Auch "Katrina", der vergangene Woche die Südstaaten in den USA verwüstet hat, war so klassifiziert worden.

Sintflutartige Regenfälle

Am Vorabend war im Großraum Tokio ein 61-Jähriger auf einer ebenfalls durch sintflutartige Regenfälle überschwemmten Straße ertrunken. Mehr als 2.800 Haushalte standen unter Wasser. In rund 7.000 Häusern in Tokio fiel zudem vorübergehend der Strom aus. Mehrere Autobahnen im Umkreis der japanischen Hauptstadt mussten gesperrt werden.

Der schwere Regen wurde auf atmosphärische Schwankungen in Folge des im Süden herannahenden Wirbelsturms zurückgeführt. Dieser bewegte sich nur sehr langsam mit 15 Kilometern in der Stunde voran. Die Behörden warnten vor langandauernden Regenfällen.

Der 14. Taifun der Saison steuerte vom Pazifik her auf die Insel Kyushu zu und dürfte am Dienstag auf Land treffen, berichteten Medien. Die Behörden in der Provinz Miyazaki forderten rund 3.600 Bewohner auf, sich ebenfalls in Sicherheit zu bringen.

Meteorologen warnen

Unter den Verletzten sind zwei Frauen, die in der südlichen Inselprovinz Okinawa von den Sturmböen umgerissen wurden und Blessuren an den Beinen erlitten. Die Meteorologische Behörde warnte die Bevölkerung im Südwesten des Inselreiches unterdessen vor weiteren schweren Regenfällen, Sturmböen, Erdrutschen und hohen Wellen.

Erst Ende August war Japan von einem heftigen Taifun mit dem Namen "Mawar" heimgesucht worden. Mindestens ein Mensch wurde dabei in den Tod gerissen, mindestens sieben weitere wurden verletzt. Die Japaner leben seit jeher mit der Gefahr durch Naturgewalten wie die alljährlichen Taifune oder Erdbeben. Erst Mitte August waren bei einem starken Beben im Nordosten des Landes Dutzende verletzt worden.

Quelle: ntv.de