Panorama

Die Hitze hat den Donner im Gepäck Nächtliches Unwetter zieht über Deutschland

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In der Nähe von Fürstenfeldbruck (Bayern).

(Foto: dpa)

Wieder fegt ein Unwetter über den Süden und Osten. In einem brennenden Stall verenden Hunderte Tiere. Auf den Autobahnen geht nichts mehr, auch die Bahn meldet vorübergehend Stillstand. Die Feuerwehr krempelt die Ärmel hoch und tut, was sie am besten kann: pumpen, sägen, löschen.

Ein nächtliches Unwetter mit heftigen Gewittern und Orkanböen ist über den Süden und Osten Deutschlands gezogen. Bereits am Abend hatte der Starkregen in Teilen Deutschlands zu erheblichen Einschränkungen beim Bahn- und Flugverkehr geführt. Zehntausende Reisende steckten auf Bahnhöfen fest oder wurden umgeleitet, was zu langen Verspätungen führte. Durch herabstürzende Äste wurden bundesweit außerdem mehrere Menschen verletzt. Besonders betroffen waren Regionen in Brandenburg und Hessen. Aber auch in Bayern, Sachsen und Thüringen hielten Stürme und Gewitter die Polizei und Feuerwehr in Atem.

Auf zahlreichen Bahnstrecken gab es durch Blitzeinschläge, heftige Sturmböen und entwurzelte Bäume Behinderungen. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, mussten alle Fernstrecken von und nach Frankfurt am Main sowie der Abschnitt Nürnberg-Leipzig der ICE-Linie München-Berlin gesperrt werden. Der Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen war vom Nachmittag an wegen Gebäudeschäden gesperrt.

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In der Erfurter Innenstadt.

(Foto: dpa)

Auch die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg war wegen schwerer Unwetterschäden in Brandenburg stundenlang gesperrt worden. Am frühen Nachmittag hatte nach Bahnangaben eine Windhose mehrere große Bäume westlich von Berlin auf die Gleise stürzen lassen. Zehntausende Reisende waren betroffen. Sie mussten zum Teil stundenlange Umleitungen in Kauf nehmen. Am späten Abend wurde die Strecke Berlin - Hamburg in beiden Richtungen wieder freigegeben, wie ein Bahnsprecher sagte. In Thüringen verschärfte sich am Abend allerdings die Unwetterlage. Auf der Strecke zwischen Erfurt und Fulda sei der Bahnverkehr angehalten worden, so der Sprecher.

Am Frankfurter Flughafen musste der Betrieb wegen des starken Sturms immer wieder unterbrochen werden. Die Bodenabfertigung, also das Betanken sowie das Be- und Entladen der Maschinen, wurde mehrmals eingestellt.

Hunderte Tiere verbrennen

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Immer tiefer hängen die Regenwolken über dem Stuttgarter Fernsehturm.

(Foto: dpa)

In Sachsen richtete ein heftiger Hagelschauer Schäden an vielen Dächern und Autos an, während in Bayern Bäume umstürzten und Häuser abgedeckt wurden. Auf Thüringens Autobahnen sorgten Gewittergüsse für Aquaplaning und viele Unfälle, die aber meist glimpflich ausgingen. Auf der Autobahn 72 nahe dem Kreuz Chemnitz ging ein starker Hagelschauer nieder. "Eine Zeit lang ging hier nicht mehr viel. Der Verkehr stand still."

In Unterfranken gingen nach Angaben der Polizei mehr als 100 Notrufe wegen umgestürzter Bäume, abgedeckter Hausdächer und Blitzeinschlägen ein. In Kahl am Main wurde ein Mann verletzt, als ein Baum auf ein Auto stürzte.

In Bayern krachte es besonders oft. In Feldkirchen setzte ein Blitz einen Bauernhof in Brand. Rund 250 Ferkel verendeten in den Flammen, wie die Polizei in Straubing mitteilte. In Regensburg schlug ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus ein. Im Stadtteil Oberisling stürzte ein Baum auf eine Hochspannungsleitung. Allein in der Oberpfalz zählten die Retter am Dienstagabend 130 unwetterbedingte Notrufe.

Über Berlin entlud sich erst gegen Mitternacht ein Sommergewitter, das der Feuerwehr einen stundenlangen Ausnahmezustand bescherte. "In der Nacht mussten wir alleine in der Zeit von 22.05 bis 0.35 Uhr rund 180 Mal ausrücken", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am frühen Morgen. "Es war eine bunte Mischung. Vollgelaufene Keller mussten leergepumpt, umgestürzte Bäume zersägt und überflutete Straßen entwässert werden." Etliche Autos wurden durch herabfallende Äste beschädigt. "Verletzte gab es zum Glück nicht", sagte der Sprecher weiter.

Der Deutsche Wetterdienst warnte auch für den heutigen Mittwoch wieder vor Unwettern mit Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen.

Zum aktuellen Wetterbericht geht es hier.

Quelle: ntv.de, dpa

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