Panorama

Katholische Gesellschaft vermietet Nazi-Laden in "guter Stube"

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat gegen die Eröffnung eines Bekleidungs-Geschäfts der rechten Szene im Hundertwasser-Haus "Grüne Zitadelle" in Magdeburg protestiert. "Das ist die denkbar schlechteste Visitenkarte für die gute Stube der Stadt und beschmutzt den Namen Hundertwassers", sagte Justizministerin Angela Kolb (SPD).

Die katholische Siedlungsgesellschaft St. Gertrud hat die Geschäftsräume am Domplatz an den Betreiber des Narvik-Ladens vermietet, der unter der Marke "Thor Steina" in der rechten Szene beliebte Textilien vertreibt.

Bischof Gerhard Feige reagierte umgehend auf einen offenen Brief von Kolb. Er habe den Geschäftsführer von St. Gertrud angewiesen, umgehend alles zu tun, um den Mietvertrag aufzulösen, teilte er mit. Die Gedankenwelt, die hinter dem Geschäft stehe, sei mit der christlichen Botschaft nicht vereinbar. Diese Brisanz sei den Vermietern trotz eigener Recherchen zunächst nicht deutlich gewesen.

Zuvor hatte die Ministerin die katholische Kirche ermuntert, alle rechtlichen Schritte zu ergreifen, um dem Szene-Laden so schnell wie möglich zu kündigen. Die katholische Kirche sei jetzt gefordert, weiteren Schaden abzuwenden.

Die SPD-Politikerin erinnerte daran, dass die norwegische Stadt Narvik für eine der bekanntesten deutschen Invasionen im Zweiten Weltkrieg steht.

Quelle: n-tv.de