Panorama

"Außerehelicher Sex" in Katar Niederländerin nach Vergewaltigung verurteilt

9d7577bf1c5add371f098b278146394d.jpg

Szene aus Doha

(Foto: AP)

Eine junge Frau aus den Niederlanden wird in Katar vergewaltigt. Als sie die Tat zur Anzeige bringen bringen will, verurteilt sie ein Gericht wegen "außerehelichem Sex" zu einem Jahr Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe. Zudem wird sie des Landes verwiesen.

Eine niederländische Touristin ist im Ölstaat Katar wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Die 22-Jährige war nach eigenen Angaben vergewaltigt worden. Das Gericht in der Hauptstadt Doha ordnete auch die Ausweisung der Frau an und verhängte eine Geldstrafe von umgerechnet 750 Euro, teilte das niederländische Außenministerium in Den Haag mit.

Laura B. hatte ausgesagt, dass jemand sie betäubt habe. Später sei sie mit zerrissenen Kleidern in einer fremden Wohnung wach geworden. Dabei sei ihr klar geworden, dass sie vergewaltigt worden sei. Als sie Anzeige wegen Vergewaltigung erstatten wollte, war sie nach Angaben ihres Anwalts selbst festgenommen und seit März festgehalten worden. Vergewaltigung gilt in dem Ölstaat als außerehelicher Geschlechtsverkehr, was strafbar ist.

Der Mann wurde nach Berichten niederländischer Reporter in Katar zu 140 Peitschenschlägen verurteilt. Er hatte den Vergewaltigungsvorwurf bestritten.

Lauras Mutter hatte das Verhalten der Behörden in Katar als "total unmenschlich" bezeichnet. Ihre Tochter versuche manchmal, sie zu trösten und sage, dass sie bald zurückkomme, sagte die Mutter im niederländischen Fernsehen. Andere Male weine ihre Tochter ohne Unterlass. Demnach war die Reise nach Katar der erste Urlaub der 22-Jährigen ohne ihre Mutter.

2013 war im Nachbarland Vereinigte Arabische Emirate eine 24-jährige Norwegerin, die eine Vergewaltigung durch ihren Chef zur Anzeige gebracht hatte, zu 16 Monaten Haft wegen unsittlichen Verhaltens, Meineids und Alkoholkonsums verurteilt worden. Sie wurde später begnadigt.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

Mehr zum Thema