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Oberster Gerichtshof ändert Urteil Niedringhaus-Mörder entgeht der Todesstrafe

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Niedringshaus (r.) und Gannon (l.) waren am Tattag gemeinsam unterwegs.

(Foto: AP)

Vor fast einem Jahr erschießt ein afghanischer Polizist die deutsche Fotografin Anja Niedringhaus. Jetzt ändert der Oberste Gerichtshof in Afghanistan das ursprüngliche Urteil ab. Die Bundesregierung dürfte das zufriedenstellen.

Das Todesurteil gegen den Mörder der deutschen Fotografin Anja Niedringhaus wird in eine Haftstrafe abgemildert. Das entschied Afghanistans Oberster Gerichtshof jetzt in einem Revisionsverfahren. Damit hob es die ursprünglich im Juli 2014 durch ein Kabuler Bezirksgericht verhängte Todesstrafe auf. Der Polizist, der nur den Namen Nakibullah trägt, müsse für 20 Jahre ins Gefängnis, teilte ein Justizvertreter mit.

Zuvor hatte schon die Bundesregierung darauf hingewirkt, dass die Todesstrafe gegen den 23-jährigen Täter umgewandelt wird. Die Bemühungen erklärte Berlin damit, dass man sich grundsätzlich gegen Todesurteile engagiere. Dies gelte besonders in diesem symbolischen Fall mit einem deutschen Opfer.

Der Polizeioffizier hatte die 48-jährige Niedringhaus vor fast einem Jahr an einem Kontrollpunkt in der Unruheprovinz Chost erschossen. Dabei soll er mit einem Gewehr in das Auto der Journalistin gefeuert und "Allahu Akbar" gerufen haben. Die Fotografin der Nachrichtenagentur AP war in Afghanistan unterwegs, um über die Präsidentschaftswahlen am 5. April zu berichten. Sie wurde gemeinsam mit der kanadischen Reporterin Kathy Gannon überfallen. Gannon überlebte das Attentat schwer verletzt.

Die genauen Hintergründe des Angriffs sind bis heute unklar. Ermittler gehen davon aus, dass die Tat geplant war. Der Angeklagte bestreitet das. In einem Verhör nach der Tat gab er an, spontan geschossen zu haben. Damit habe er sich für Nato-Luftangriffe auf sein Dorf in Afghanistan rächen wollen.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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