Panorama

Seehundsterben in der Nordsee Noch keine Freiheit für Robben-Waisen

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Junge Heuler in einem Becken der Seehundstation in Friedrichskoog (Schleswig-Holstein).

(Foto: dpa)

Seit Anfang Oktober sind an der Nordseeküste Hunderte Robben verendet. Schuld ist ein Influenza-Virus. Wegen der grassierenden Infektion muss der Nachwuchs weiter in der Seehundstation ausharren.

In der Nordsee sterben seit Wochen viele Seehunde qualvoll an einer Virusinfektion. Angesichts der Ansteckungsgefahr dürfen die in Schleswig-Holstein von Tierfreunden aufgepäppelten Robben-Waisen noch nicht zurück in die Freiheit. Die Auswilderung sei zunächst gestoppt worden, sagte Stefanie Mahal, Mitarbeiterin der Seehundstation Friedrichskoog. Derzeit würden auch keine neuen Tiere aufgenommen.

Seit Anfang Oktober grassiert in der Nordsee eine Influenza-Infektion. An der Küste Schleswig-Holsteins ist die Zahl der toten und schwerstkranken Seehunde auf knapp 1500 gestiegen, wie Britta Diederichs von der Verwaltung des Nationalparks Wattenmeer sagte. Wissenschaftler hatten in den Kadavern Influenza-Viren vom Typ H10N7 gefunden - das ist eine Variante der Vogelgrippe. Seit einigen Tagen werden auch an der niedersächsischen Küste tote Tiere entdeckt. Dort gehen die Behörden ebenfalls von einem Grippevirus aus.

Die Seehundstation im an der Elbmündung gelegenen Friedrichskoog hat im bisherigen Jahr 212 Tiere aufgenommen - nach Angaben der Station ein Rekord. Von ihnen wurden 159 Robben wieder ausgewildert. Sieben junge Seehunde warten den Angaben zufolge derzeit darauf, zurück zu ihren Artgenossen ins Wattenmeer gebracht zu werden. Jedes Jungtier verschlingt bis zu 20 Heringe pro Tag, wie Mahal sagte.

Quelle: n-tv.de