Panorama

Wie wird das Wetter? Noch mehr Schnee!

Der kalendarische Winteranfang steht kurz bevor und der eigentliche Hochwinter in unseren Breiten ereilt uns eigentlich erst im Januar. Das Wetter lässt sich davon auch weiterhin wenig beeindrucken. Was uns in der Weihnachtswoche erwartet und wie die Prognosen für eine "Weiße Weihnacht" aussehen, darüber sprachen wir mit dem n-tv Meteorologen Björn Alexander.

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Schnee ist schön, ...

(Foto: dpa)

n-tv.de: Björn, nach einer kurzen Pause hat es in der Nacht zum Sonntag in einigen Teiles des Landes wieder kräftig geschneit. Was erwartet uns am Abend und zum Start in die neue Woche?

Björn Alexander: Leider drohen neuerlich Behinderungen auf Straßen und Wegen. Auslöser der Niederschläge ist ein Tief, das feuchte und mildere Luft im Südwesten von kalter Luft im Norden und Nordosten trennt. Somit setzen im Südwesten, Bereich Saarland / Rheinland-Pfalz, neuerlich ergiebige Schneefälle ein. Weil sich aber von Südwesten her mildere Luft untermischt, ist vom Oberrhein in den tieferen Lagen außerdem mit Schneeregen oder Regen zu rechnen, der stellenweise gefrieren kann. Darüber hinaus kann es auf den Bergen durch den starken Wind und den Neuschnee zu massiven Schneeverwehungen und Schneebruch kommen. Danach wird sich der Schwerpunkt der kräftigsten Schneefälle wieder nach Osten und Nordosten verlagern.

Das hört sich nicht gut an!

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... aber nicht für alle.

(Foto: dpa)

Nein. Denn auch in der Nacht zum Montag kann es verbreitet leicht bis mäßig schneien. Am meisten betroffen sind die mittleren und hohen Lagen der Landesmitte. Und hier insbesondere die südwestlichen und westlichen Staulagen. In den tieferen Regionen kann es von Südwesten her weiterhin gefrierenden Regen oder Schneeregen geben, da sich hier die mildere Luft hält.

Setzt sich die mildere Luft danach weiter durch?

Am Montag erst einmal nicht. Denn hinter dem Tief kommt wieder kältere Luft nach Süden voran. Nur ganz im Süden mischt sich in den tieferen Lagen weiterhin Regen unter, ansonsten gibt es wieder überall Schnee. Tagsüber bleibt es dann über der Mitte mehrheitlich trocken. Dafür kann es in Teilen Nord- beziehungsweise Ostdeutschlands sowie im Südwesten - mal abgesehen von den tiefer gelegenen Gebieten - teilweise ergiebiger schneien. Und es erwarten uns kontrastreiche Temperaturen: minus 6 Grad in Teilen Norddeutschlands und bis plus 6 Grad mit Tauwetter am Oberrhein. Und diese zwei Extreme spielen auch im weiteren Verlauf der Wetterwoche eine Rolle.

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Schon gar nicht für Reisende!

(Foto: dpa)

Das heißt?

Zunächst einmal wird sich bis zur Wochenmitte die mildere Luft mit leichten Plusgraden fast überall ausbreiten.  Am längsten schneien wird es in den tieferen Lagen am Dienstag noch im Norden und Nordosten. Am Mittwoch wird es voraussichtlich nur noch ganz im Norden und auf den Bergen für Schnee reichen. Ansonsten sind bei Temperaturen zwischen plus 4 und plus 9 Grad möglich, mit den höchsten Werten in Richtung Breisgau. Dabei fällt verbreitet Regen mit Tauwetter. Allerdings kann es mit der Milderung von Süden her gebietsweise zu akuter Glätte durch gefrierenden Regen oder Schneeregen kommen. Vor allem in den Morgenstunden, also im Berufsverkehr.

Nach so viel Unschönem: können wir uns wenigstens auf weiße Weihnachten freuen?

Da gibt es leider bislang noch Unsicherheiten, da sich ein eindeutiger Trend bei den Modellen nicht erkennen lässt. Sicher ist: bis zur Wochenmitte wird es milder und besonders im Südwesten wird es in den tieferen Lagen tauen. Danach - also ab Donnerstag beziehungsweise Freitag - könnte sich schon wieder kältere Luft durchsetzen, so dass es auch am Oberrhein wieder zu Schneefall reichen könnte. Die Wahrscheinlichkeit für eine weiße Weihnacht sehen wir dort somit bei rund 30 bis 40 Prozent.

Wie sieht es im Rest aus?

Besser. Zwar wird die Schneedecke in den nächsten Tagen immer häufiger angeknabbert. Zum einen misst die Schneeauflage inzwischen aber flächendeckend 5 bis 20 Zentimeter, auf den Bergen natürlich deutlich darüber. Zum anderen glaube ich derzeitig nicht an eine nachhaltige Milderung. Das Tauwetter könnte also in der zweiten Wochenhälfte wieder vorbei sein.

Björn Alexander n-tv Wetter

Björn Alexander

Was heißt das in Prozenten?

Für den Nordwesten - also vom Niederrhein bis ins Emsland - liegt die Wahrscheinlichkeit bei 50 Prozent oder darüber. In den anderen Teilen Norddeutschlands sowie im Osten sind es rund 70 Prozent. Ähnlich sieht es auch in den tieferen Lagen Bayerns aus. Die Mittelgebirgslagen und die Alpen oberhalb von 500 bis 800 Metern sehen wir weiterhin bei 80 bis 90 Prozent.

Quelle: ntv.de

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