Panorama

Drei Jahre Haft für Einbruch in Urananreicherungsanlage Nonne muss für Anti-Atom-Protest in Haft

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US-Nonne Megan Rice mit ihren beiden Komplizen im Mai 2013.

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Die US-Atomanlage Y-12 galt bis zu Megan Rices Einbruch als "Fort Knox des Urans".

(Foto: Reuters)

Weil sie in einem pazifistischen Protest auf das Gelände einer schwer bewachten Atomanlage eingedrungen war, ist die 84-jährige Nonne Megan Rice in den USA zu fast drei Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Der Richter verhängte eine Haftstrafe von 35 Monaten und erklärte, damit sollten andere von ähnlichen Straftaten zur Verfolgung politischer Ziele abgeschreckt werden. Rice und ihre Komplizen sind seit vergangenem Mai in Haft, als sie wegen "versuchter Verletzung der nationalen Verteidigung"schuldig gesprochen wurden. Ende Januar wurden die Täter zur Zahlung von umgerechnet 39.000 Euro Schadensersatz verurteilt.

Die Nonne war im Juli 2012 gemeinsam mit zwei weiteren Mitgliedern der Friedensorganisation "Transform Now Plowshare" auf das Gelände des Y-12 National Security Complex in Tennessee eingedrungen. Dort hissten die Aktivisten Banner mit pazifistischen Slogans, sprühten Graffiti und warfen mit Menschenblut gefüllte Babyflaschen auf ein Lagergebäude für hochangereichertes Uran zum Bau von Atombomben. Dann ließen sie sich widerstandslos festnehmen.

Blamage für die US-Regierung

Trotz des ausgelösten Alarms konnten sich die Aktivisten mehr als zwei Stunden innerhalb des Sperrbereichs aufhalten, ehe sie gefasst wurden. Das US-Energieministerium erhob in einem vernichtenden Bericht später schwere Vorwürfe gegen die Angestellten der Anlage und sprach von "mehrfachem Systemversagen auf zahlreichen Ebenen". Die Mitarbeiter hätten "ungeschickt" auf Alarme reagiert, schlecht kommuniziert und Sicherheitsvorschriften missverstanden. Patrouillien wurden daraufhin verstärkt, drei Angestellte verloren ihren Job.

Mit ihrer Aktion blamierten die drei Atom-Gegner die US-Regierung, da Y-12 in Anspielung auf den gleichnamigen Stützpunkt der US-Armee in Kentucky als "Fort Knox des Uran" bezeichnet wurde - als eine unpassierbare Anlage mit sämtlichen Sicherheitsschikanen.

Menschen aus aller Welt setzten sich in Briefen an den Richter für Milde ein. Die Höchststrafe liegt nach US-Medienberichten bei 30 Jahren. Friedensaktivistin Rice selbst bat den Richter bei Verkündung der Strafe, keine Milde walten zu lassen, wie der TV-Sender WBIR berichtete. "Für den Rest meines Lebens im Gefängnis zu bleiben wäre die größte Ehre, die Sie mir erweisen könnten."

Quelle: ntv.de, cri/AFP/dpa