Panorama

Haft für Hamburgs Promi-Sprayer "OZ"-Graffitis nur noch im Knast

Hamburgs bekanntester Graffiti-Sprayer Walter Josef Fischer alias "OZ" muss wegen Sachbeschädigung für drei Jahre hinter Gitter. Das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) verwarf die Revision des 55-Jährigen gegen ein entsprechendes Landgerichtsurteil von September 2004, teilte die Gerichtspressestelle mit. "OZ" ist damit rechtskräftig verurteilt wegen 19 Fällen von Sachbeschädigungen durch Sprayen und Zerkratzen von Schaufensterscheiben sowie drei Versuchen.

Der Graffiti-Sprayer sitzt bereits seit Oktober 2003 in Untersuchungshaft. Etliche Jahre seines Lebens war er inzwischen wegen seiner Sprüh-Leidenschaft hinter Gittern. "OZ" war erst im August 2002 nach zwei Jahren Haft wegen Beschädigung durch "Tags" (Schriftzeichen) aus dem Gefängnis entlassen worden. Die bunten Bilder, lachenden Gesichter und tausende Tags des umtriebigen Sprayers gehören in vielen Hamburger Stadtteilen schon fast zum Stadtbild, ihre Entfernung verursacht erhebliche Kosten.

Die Schätzungen über die bundesweiten Schäden durch Graffitis liegen zwischen 200 und 500 Mio. Euro pro Jahr. Die rot-grüne Bundesregierung in Berlin plant eine Strafverschärfung für illegales Graffiti-Sprühen.

Vor Gericht hatte der 55-Jährige seine Bilder wiederholt als Kunst verteidigt. "Kunst und Schmiererei sind zweierlei", meinte "OZ" und nannte sich selbst einen "entarteten Künstler". "Er will etwas Schönes, Buntes gegen die Braunheit und deutsche Sauberkeit machen. In seinen Augen ist es eine Verbesserung", hatte sein Verteidiger in einem Prozess erklärt.

Quelle: n-tv.de