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Kein Staatsbegräbnis für Armstrong? Obama lässt Halbmast flaggen

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Gedenken am Armstrong in West Lafayette, Indiana.

(Foto: AP)

Viele US-Amerikaner würden ein Staatsbegräbnis für Neil Armstrong für angemessen halten. Doch diese Ehrung ist Ex-Präsidenten vorbehalten. Daran will Präsident Obama offenbar festhalten. Dennoch versucht er ein Zeichen zu setzen und ordnet an, landesweit die Flaggen zu senken.

Die USA werden der Astronautenlegende Neil Armstrong am Freitag mit einer landesweiten Halbmastbeflaggung gedenken. US-Präsident Barack Obama ordnete an, am Tag der Beisetzung des 82-Jährigen die Fahnen auf allen öffentlichen Gebäuden zum Zeichen der Trauer nur bis zur Hälfte der Masten zu ziehen.

Möglicherweise will Obama damit das Staatsbegräbnis umgehen, das der Kongressabgeordnete Bill Johnson - ein Republikaner aus Armstrongs Heimatstaat Ohio - gefordert hatte. Die Popularität Armstrongs ist zwar auch 43 Jahre nach seiner ersten Landung eines Menschen auf dem Mond ungebrochen. Staatsbegräbnisse sind aber (Ex-)Präsidenten vorbehalten - auch wenn es Ausnahmen gab.

Johnson hatte Obama aufgefordert, für "einen wahren Helden" ein Staatsbegräbnis anzuordnen. "Sein erster Schritt auf dem Mond hat der Welt gezeigt, dass Amerika alles schaffen kann. Ich glaube immer noch daran und werde mich stets an Armstrongs Leben und Leistung erinnern." Mit dem Staatsbegräbnis könne jeder Amerikaner des "bahnbrechenden Helden" gedenken. Der Republikaner war wie Armstrong selbst Kampfpilot.

Obama hatte Armstrong schon gleich nach seinem Tod gewürdigt. "Neil war einer der größten amerikanischen Helden - nicht nur zu seiner Zeit, sondern für alle Zeiten", hatte er geschrieben. "Als er und seine Crew 1969 mit der Apollo 11 gestartet sind, nahmen sie die Sehnsucht einer ganzen Nation mit."

Zum Staatsbegräbnis gehören eine Ehrenformation aller fünf Teilstreitkräfte, ein langsamer Überflug von Kampfflugzeugen, Salutschüsse und eine Aufbahrung im Kapitol in Washington. Genau das könnte aber zu viel sein für einen Mann, der trotz seiner Popularität stets das Rampenlicht scheute. Armstrong sagte mehrfach, er habe einfach Glück gehabt, dass man ihn ausgewählt habe. Die Leistung sei nicht von ihm, sondern 300.000 bis 400.000 Menschen im ganzen Mondprogramm erbracht worden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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