Panorama

Finanzielle und personelle Reformen Odenwaldschule ist erstmal gerettet

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Die Odenwaldschule bei Heppenheim.

(Foto: dpa)

Missbrauch, Kinderpornos, Geldprobleme. Die schwarze Liste der Odenwaldschule ist lang. Doch jetzt gibt es einen Lichtblick: Die Finanzierung für das nächste Schuljahr steht. Trotzdem hat das Sozialministerium weiterhin ein wachsames Auge auf das Internat.

Die krisengeschüttelte Odenwaldschule ist vorerst gerettet. Das südhessische Internat kann sich aber zunächst nur auf das neue Schuljahr 2014/2015 einstellen, wie das hessische Sozialministerium als Aufsichtsbehörde mitteilte. Begründet wurde die Befristung damit, "dass von Seiten des Internats die Finanzierung nur auf ein Schuljahr sichergestellt werden konnte".

Das Ministerium hatte nach erneuter Kritik an der von einem lange zurückliegenden Missbrauchsskandal erschütterten Schule die Betriebsgenehmigung geprüft. Der Unterricht in Heppenheim kann nun wie geplant am kommenden Montag beginnen. Die Odenwaldschule sei "grundsätzlich froh", sagte ein Sprecher. "Die Begrenzung überrascht uns aber." Die Schule plane schließlich für einen längeren Zeitraum.

Fehlende Schüler bringen Geldnot

Die Odenwaldschule war vor allem wegen zurückgehender Schülerzahlen in Geldnot geraten. Die Behörden verlangten einen schlüssigen Wirtschaftsplan. Laut der Schule erklärte sich die Belegschaft bereit, zur Kompensation auf zehn Prozent des Gehaltes zu verzichten. Außerdem seien zwei Grundstücke mit Immobilien so gut wie verkauft.

An der Odenwaldschule hatten vor Jahrzehnten Lehrer mindestens 132 Schüler sexuell missbraucht. Der Skandal kam aber erst 2010 ans Licht. In diesem Jahr wurde ein Lehrer nach einem Kinderpornografie-Verdacht entlassen. Und die Schule trennte sich im Streit über den künftigen Kurs überraschend von gleich drei Führungskräften.

Sozialpädagogen gehören zum neuen Konzept

Das Sozialministerium akzeptierte das auf Druck der Aufsichtsbehörden von der Odenwaldschule vorgelegte neue Betreuungsmodell für das Internat. Dort sollen Lehrer sich nicht mehr wie bisher rund um die Uhr um die Schüler kümmern, sondern durch Sozialpädagogen unterstützt werden. Dies verhindere eine zu große Nähe zwischen Lehrern und Schülern und erschwere sexuellen Missbrauch. Die Einführung des neuen Konzepts werde das Ministerium "eng begleiten".

Die Aufsichtsbehörden machten weitere Auflagen, deren Einhaltung sie streng überprüfen wollen. So sollen die frei gewordenen Stellen der Schulleitung, der Internatsleitung und der Geschäftsleitung bis zum 1. Dezember 2014 wieder besetzt werden. Auch müsse geklärt werden, wie die Frage des Schulträgers künftig aussehen könne.

Quelle: ntv.de, hla/dpa

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