Panorama

Katastrophe in Norditalien Öl bedroht Adria

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Helfer legen Barrieren auf den Fluss.

(Foto: dpa)

Der italienische Zivilschutz hofft, die Ölpest auf den Flüssen Po und Lambro bis zum Abend in den Griff zu bekommen. Doch wenn das nicht gelingt, gelangt die klebrige Masse bald in die Adria. Das wäre eine enorme Katastrophe für Land und Natur.

Auch Tage nach dem Sabotageakt in einer Raffinerie bei Monza geht der Kampf gegen das ausgelaufene Öl auf dem Po weiter. Es bleibt ein Wettlauf mit der Zeit, damit das giftige Ölgemisch nicht auch das Delta des Flusses verseucht. Das Mündungsgebiet ist eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Europas. Die Ölmassen, die nicht vorher mit schwimmenden Barrieren abgefangen werden können, drohen, an diesem Sonntag die Adria zu erreichen.

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Der klebrigen Masse ist kaum beizukommen.

(Foto: dpa)

Der italienische Zivilschutzchef Guido Bertolaso geht jedoch davon aus, dies mit seinen Helfern noch verhindern zu können. "Ich denke, das schaffen wir", zeigte er sich zuversichtlich, dass Öl bis Ferrara, westlich des Deltas, stoppen zu können. "Die Lage hat sich sehr verbessert." Es fließe inzwischen kaum noch Öl aus dem schwer betroffenen Fluss Lambro in den Po.

Sollten trotzdem größere Mengen der schwarzen und klebrigen Masse das Delta und dann die Adria erreichen, träfe das mehr die dort in dieser Jahreszeit versammelte Vogelwelt als Touristen. Denn zum Baden in der Nähe der beiden pittoresken Lagunen Valli di Comacchio und Valle Bertuzzi des "Parco del Delta del Po" ist es zu früh im Jahr, und die bei Vogelfreunden beliebte Birdwatching Fair steigt immer erst spät im April. Und auf der Strecke, die das Öl bisher vom Lambro kommend in östlicher Richtung auf Ferrara zu geflossen ist, sind vor allem Landwirtschaft und Fischerei betroffen.

Ausmaß unterschätzt

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Den Schaden, den die Ölflut in den vergangenen drei Tagen zuerst am Fluss Lambro und dann im Po-Gebiet anrichtete, hält Bertolaso nicht für "irreparabel". Unterdessen geht die Suche nach den Tätern weiter - und die Diskussion darüber, ob man die schlimmsten Folgen für Fauna, Flora und Landwirtschaft hätte vermeiden können.

Denn das "Umweltmonster" sei zunächst ziemlich unterschätzt worden, kritisierte die Turiner "La Stampa". Nachdem Unbekannte in der Nacht Millionen Liter Heiz- und Dieselöl aus Tanks abgelassen hatten, vergingen etwa vier Stunden, bis ein Umweltalarm ausgelöst wurde. Nach Medienberichten könnten Arbeiter auf dem Raffinerie-Gelände noch versucht haben, das Desaster einzudämmen.

Sofort nach dem Sabotageakt in der seit Jahren stillgelegten Raffinerie war der Verdacht geäußert worden, dass es den Tätern um ein in der Nähe geplantes riesiges Immobilienprojekt gegangen sein könnte. Gefragt wurde aber auch, wieso in den Tanks der Raffinerie Lombarda Petroli überhaupt noch solche Mengen Öl lagerten.

Quelle: ntv.de, dpa

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